Schweiz gab Gelder von Laserenko zurück
Die Schweiz hat über 10 Mio. Franken aus dem Strafverfahren gegen den früheren Minister-Präsidenten der Ukraine, Lasarenko, zurückgegeben. Die Ukraine bestätigt dies am Donnerstag (02.11.). Lasarenko hat Staatsgelder veruntreut.
Zuständig war die Genfer Justiz. Für sie ist der Fall des früheren ukrainischen Minister-Präsidenten Pawlo Lasarenko schon länger abgeschlossen. Das Polizeigericht hatte den 47-Jährigen Ende Juni im Abwesenheits-Verfahren wegen Geldwäscherei zu 18 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.
Auslieferung zurückgezogen
Weiter wurde er zu einer Kompensationszahlung von über 10 Mio. Franken an den Kanton Genf verurteilt und mit fünf Jahren Landesverweis belegt. Nach dem Genfer Urteil wurde das von der Schweiz an die USA gerichtete Auslieferungs-Gesuch für Lasarenko zurückgezogen, wie ein Sprecher des Bundesamts für Justiz bestätigte. Lasarenko sitzt zur Zeit in den USA in Haft.
Geld veruntreut
Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa hatte Lasarenko vorgeworfen, Staatsgelder veruntreut und diese illegal im Ausland angelegt zu haben. Insgesamt sollen allein in der Schweiz 170 Mio. Dollar auf 25 Banken deponiert worden sein.
Über 10 Mio. Franken wurden eingezogen und durch die Genfer Behörden im Oktober in die Ukraine zurückgeleitet, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Polizei (BAP) bestätigte.
Bundesanwalt in die Ukraine
Es sind noch nicht alle Rechtshilfe-Fragen im Fall Lasarenko abgeschlossen. Der Schweizer Bundesanwalt Valentin Roschacher wurde von General-Staatsanwalt Potebenko zu einem Arbeitsbesuch in die Ukraine eingeladen. Dieser Einladung werde Roschacher im Lauf der nächsten Monate Folge leisten, wurde mitgeteilt.
Ausser in der Schweiz und den USA waren bisher auch in der Ukraine und auf Antigua Verfahren gegen Lasarenko hängig.
swissinfo und Agenturen
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