Schweizer Rechts-Mediziner in Kosovo
Vier Schweizer Experten sind seit Dienstag (19.09.) in Kosovo, um für das UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal weitere Beweise für Kriegsverbrechen zu sichern. Die zwei Rechtsmediziner und zwei Präparatoren bleiben voraussichtlich vier Wochen in Kosovo.
Das Schweizer DVI-Team (Disaster Victim Identification) ist in Prizren stationiert und wird in Orahovac, im Südosten Kosovos, arbeiten, wie das Bundesamt für Polizei (BAP) mitteilte.
In den Leichenhallen von Orahovac würden zentral die Autopsien der sterblichen Überreste aus Massengräbern in ganz Kosovo durchgeführt.
Geleitet werden die Untersuchungen laut BAP von einem französischen Pathologen im Auftrag der UNO. Die Schweizer werden bei dieser dritten Mission im Kosovo im Gegensatz zu früheren Einsätzen in UNO-Teams integriert.
Bereits im Juli vergangenen Jahres hatten vier Schweizer Polizisten dem UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien aus Kosovo 3’500 Fotos und fünf Stunden Videoaufnahmen als Beweismaterial geliefert.
Mit diesen und weiteren Beweisen will das Tribunal die Anklagen gegen den jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic und weitere Personen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mordes und Deportation stützen.
Anlässlich der Übergabe der Beweismittel in Den Haag hatte Chefanklägerin Carla del Ponte die Schweiz ersucht, die Arbeit des UNO-Tribunals auch dieses Jahr zu unterstützen.
swissinfo und Agenturen
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