Sydney 2000: 1500 m Lauf – Sabine Fischer verpasst Diplom knapp
Mit der Zeit von 4:08,84 verpasste die Schweizerin Sabine Fischer als Neunte des 1500-m-Finals einen olympischen Diplomplatz nur knapp. Gold gewann Nouria Merah-Benida aus Marokko. Platz zwei und drei Violeta Szekely und Gabriela Szabo, Rumänien.
Sabine Fischer hat im 1500-m-Final so gekämpft wie zuvor im Vorlauf und im Halbfinal: Beherzt und taktisch geschickt. In einem sehr langsamen Rennen liess sich die dreifache Schweizer Meisterin nicht in Rempeleien verwickeln. Sie lief meist an der Innenkante und liess sich bei ihrem ersten grossen Finalrennen von den hochkarätigen Konkurrentinnen nicht beeindrucken.
Sie war unter den 12 Teilnehmerinnen, davon sechs aus dem letzten WM-Final, die einzige, die international vorher noch nie in einem grossen Final gestanden war. «In der letzten Runde musste aber auch ich die Ellbogen einsetzen», sagte sie nach dem Rennen.
54 Hundertstel fehlten
Fischer stieg als Nummer 34 der Weltrangliste mit der zweitschlechtesten persönlichen Bestzeit (4:05,14 in Zürich) in ihren ersten Olympia-Final. Nur Marla Runyan, im letzten Jahr WM-Zehnte, war mit 4:06,14 langsamer. Die stark sehbehinderte Amerikanerin, die ihre Gegnerinnen nur als Schatten wahrnimmt, verdrängte Sabine Fischer um 54 Hunderstel auf den 9. Rang.
«Es fuchst mich schon ein wenig, dass ich nicht ein Diplom geholt habe», sagte die dreifache Schweizer Meisterin nachher. «Aber auf den letzten 100 Metern waren meine Beine leer. Ich versuchte zwar noch einmal zu kicken, aber es kam nichts mehr», sagte sie nach der 64-er-Schlussrunde.
Zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere – sie konzentriert sich erst seit vier Jahren auf die 1500 m – hatte sie innerhalb von vier Tagen drei Rennen absolvieren müssen.
Das «Verbandsziel»
Sabine Fischer wird auch in Zukunft als Lehrerin tätig sein. «Aber vielleicht werde ich jetzt etwas intensiver trainieren». Die Rapperswilerin hat neben André Bucher (5. über 800 m) dafür gesorgt, dass die Verbandszielsetzung – zwei bis drei Finalplätze – doch noch erfüllt wurde. Und dies tat sie erst noch mit dem einzigen Exploit im ganzen Schweizer Leichtathletik-Team.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch