Sydney 2000: André Bucher für Halbfinals qualifiziert
André Bucher ist seinem Renommée als Jahres-Weltbester über 800 m gerecht geworden und hat die Halbfinals mühelos erreicht. Ohne aus sich herausgehen zu müssen, überstand er die Vorläufe als Zweiter seiner Serie sicher.
Mit 1:46,51 lief Bucher die neuntbeste Zeit unter 61 Konkurrenten in acht Vorläufen; der Marokkaner Khalid Tighazouine, der ihn im Finish noch überspurtet hatte, wurde in 1:46,33 gestoppt. Bestzeit aller Vorläufe notierte der 19-jährige russische Hallen-Europameister Juri Borsakowski mit 1:45,39 vor dem Dänen Wilson Kipketer (1:45,57).
Doch diese Zeiten sind bereits überholt. «In den Halbfinals wird alles anders», prophezeite der Luzerner, «für den Finaleinzug werden tiefe 1:44-er- oder hohe 1:43-er-Zeiten notwendig sein.» Die Jahres-Weltbestzeit des 24-jährigen Bucher steht auf 1:43,12, sein Schweizer Rekord aus dem Vorjahr auf 1:42,92.
1:42-er-Zeit für den Sieg notwendig
Um zu gewinnen, so erklärte Bucher einem dänischen Journalisten, «muss man fähig sein, eine 1:42-er-Zeit zu laufen. Ob man diese im Final dann auch wirklich braucht, ist eine andere Frage, aber in den Beinen muss man sie haben.»
Der Schweizer sprach von Glück, dass er wenig Kraft gebraucht habe, um eine Runde weiter zu kommen. «Man darf die Vorrunden nicht unterschätzen, und das habe ich auch nicht getan.» Er setzte sich in der 7. Serie von der Aussenbahn aus gleich an die Spitze des Feldes, ging bei 400 m in 52,09 durch, wehrte bei 600 m einen Angriff von Tighazouine ab, um nicht eingeklemmt zu werden, und liess den Marokkaner im Endspurt an sich vorbeiziehen.
«Auf dem grossen Bildschirm im Stadion konnte ich den Zieleinlauf beobachten und sah, dass der zweite Platz ungefährdet war», sagte Bucher. Jeweils die ersten 2 pro Lauf qualifizierten sich sicher für die Halbfinals (dazu kamen insgesamt 8 Zeitbeste).
«Weltmeister» Bucher
Dass André Bucher vor dem Rennen vom Speaker als «Weltmeister von Sevilla» angekündigt worden war, hatte er nicht mitbekommen. Ausgerechnet Sevilla! Dort hatte hatte der Schweizer Olympia-Medaillenhoffnungsträger letztes Jahr die grösste Enttäuschung seiner Karriere erlebt, als er in den Halbfinals vom deutschen Europameister Nils Schumann noch überspurtet und aus dem Final geworfen worden war. Schumann qualifizierte sich übrigens als Sieger des 2. Vorlaufs in 1:47,76 ebenfalls für die Halbfinals von Sydney.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch