Sydney 2000: Moderne Fünfkämpferin Florence Dinichert auf Rang 12
Florence Dinichert aus Bern hat bei der Olympia-Premiere der Modernen Fünfkämpferinnen unter 24 Startenden den 12. Rang belegt. Gold holte die WM-Neunte Stephanie Cook (Gb), Silber Emily Deriel (USA), Bronce ihrer Teamkollegin Kate Allenby.
Die 23-jährige Florence Dinichert hatte sich als 16. unter 32 Finalistinnen an den Weltmeisterschaften in Pesaro (It) den Olympia- Startplatz gesichert. In Sydney gelang ihr dies trotz einem Wettkampf mit zahlreichen «Ups and Downs» erneut.
«Die erste Hälfte war mein Ziel, obwohl ich nach dem Reiten dachte, dass es noch schwierig wird», sagte die zukünftige Sportstudentin, die mit dem Wettkampf «zufrieden» war. Als 13. war sie zum abschliessenden 3-km- Lauf im Baseball-Stadion gestartet. Auf dem sehr eckigen Kurs holte sie mit der zehntbesten Laufzeit das Optimum heraus.
Pferde für Männer
Keinen Nullfehlerritt, aber dafür drei Nuller (Ausschlüsse) und insgesamt fünf Stürze gab es auf dem 12 Hindernisse aufweisenden Reitparcours. «Diese Pferde sind für Männer besser geeignet als für uns Frauen», sagte Dinichert, die einst vom Reiten zum Modernen Fünfkampf gestossen ist, über die schwierige Konkurrenz, bei der einige Athletinnen überfordert waren.
Mit dem 11-jährigen Vollblut- Wallach Yarrangobilly kam auch sie nicht ganz wunschgemäss zurecht und hatte fünf Stangenabwürfe zu verzeichnen (150 Strafpunkte). Im Unterschied zu Europa und zur Schweiz im Speziellen, wo meist auf ruhigeren Halbblut-Pferden geritten wird, wurden in Sydney Vollblüter eingesetzt.
«Dies wäre nicht unbedingt nötig gewesen», meinte dazu der Schweizer Nationaltrainer Miklos Palvölgyi, der glaubte, dass Dinichert ein «perfektes Pferd» hatte. «Aber sie liess es etwas zu wenig laufen».
Am Morgen hatte Florence Dinichert das Luftpistolenschiessen mit 184 Punkten (vier Zähler unter ihrem Bestresultat) optimal absolviert. Beim Fechten harzte es dann. Nach dem Gewinn des Auftaksgefechts folgten sechs Verlusttreffer in Serie. Erst in der zweiten Hälfte der insgesamt 23 Gefechte (2 Siegtreffer bis Gefecht 11, und nachher 9) lief es ihr besser.
Im Schwimmen wurde die Bernerin, die erst mit 15 Jahren im Wasser richtig zu trainieren begonnen hatte, mit grossen Abstand Letzte. Ihre persönliche Bestmarke aus dem diesjährigen WM-Halbfinal (2:37) verfehlte sie um rund eine Sekunde.
Palvölgyi verlässt Schweiz
In vier Jahren in Athen hofft Florence Dinichert wieder an den Start gehen zu können. «Hoffentlich bin ich dann gesund und kann vorher normal traineren», sagte sie dazu.
Nicht mehr dabei sein wird Miklos Palvölgyi. Der 56-jährige Ungar verlässt die Schweiz nach elfjähriger erfolgreicher Tätigkeit. In seine Zeit fielen unter anderem die WM-Silbermedaillen von Peter Steinmann (1990) und der Staffel (Steinmann/Waeffler/Emmenegger 1995 in Basel). In diesem Jahr wurde der hoffnungsvolle Aargauer Nik Brünisholz an den CISM-WM-Dritter. In seiner Heimat, wo der Moderne Fünfkampf eine grosse Tradition hat, übernimmt Palvölgyi eine noch näher zu bestimmende Nationaltrainer-Funktion.
swissinfo und Agenturen
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