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Tessiner Justizaffäre: Alberto Zoppi aus Haft entlassen

Der Jurist der Tessiner Erziehungsdirektion, Alberto Zoppi, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Zoppi war vor einem Monat im Zusammenhang mit der Tessiner Justizaffäre verhaftet worden, da er anonyme Briefe verschickt hatte.

Die Tessiner Staatsanwaltschaft teilte am Samstag (23.09.) mit, Zoppi habe das Gefängnis am Freitag (22.09.) verlassen können.

Zum Verhängnis waren Zoppi zwei anonyme Briefe geworden, die er im Juli verschickt hatte. Ein Schreiben war an das Bundesamt für Polizei sowie die Tessiner Kantonsparlamentarier Stefano Malpangotti und Raoul Ghisletta gerichtet. Der zweite Brief ging ebenfalls an den unabhängigen Malpangotti sowie Justizdirektor Luigi Pedrazzini.

Malpangotti hatte noch vor Eröffnung des Strafverfahrens gegen den Strafgerichtspräsidenten Franco Verda die Frage nach den Umständen des Aufenthalts des mutmasslichen Zigarettenschmugglers Gerardo Cuomo im Tessin in einem parlamentarischen Vorstoss aufgeworfen.

Zum Inhalt und Hintergrund der Briefe hat Generalstaatsanwalt Luca Marcellini bisher festgestellt, dass sie zahlreiche falsche Informationen enthielten. Zoppi sei zudem trotz seiner Amtsfunktion längere Zeit für den Tessiner Anwalt Francesco Moretti tätig gewesen.

Zoppi muss sich wegen Erpressung, Betrugs, falscher Anschuldigung, Ehrverletzung sowie wiederholter Verletzung der Amtspflichten verantworten.

Moretti, der neben Betrugs, Erpressung und aktiver Bestechung auch der Geldwäscherei verdächtigt wird, war am gleichen Tag wie Zoppi verhaftet worden. In seinem Büro wurden bei einer Hausdurchsuchung Tausendernoten für rund zehn Mio. Franken sichergestellt. Zugleich wurden Beweismittel zu den Beziehungen Morettis zu Zoppi gesichert.

Die beiden hätten gemeinsame Sache in Angelegenheiten gemacht, die weit von den Aufgaben Zoppis in der kantonalen Verwaltung entfernt seien, sagte Staatsanwalt Marcellini Anfang September dazu.

In Zeitungsberichten war spekuliert worden, Zoppi habe möglicherweise auch Moretti und Cuomo erpressen wollen.

swissinfo und Agenturen

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