Tunesien – Schweiz: Wer spielt? Wer kann spielen?
Enzo Trossero ist auf der Suche - nicht nach einem neuen Job, sondern nach der idealen Besetzung der Nationalmannschaft im Tor, im Mittelfeld und nach Alternativen im Sturm.
Er sucht auch einen Spielmacher, denn Sforza ist fürs WM-Ausscheidungsspiel Ende März in Jugoslawien gesperrt. Aufschlüsse erhofft sich der Argentinier aus dem Testspiel in Tunesien.
Das letzte Länderspiel des Jahres findet am Mittwoch (15.11) bei sommerlichen Temperaturen im Stadion El Menzah statt. Tunesien, der Vierte des diesjährigen Afrika-Cups, könnte ein idealer Prüfstein sein.
Auch die Nordafrikaner testen, denn dem italienischen Trainer Francesco Scoglio stehen ebenfalls diverse Stammspieler nicht zur Verfügung.
Beiderseits erhalten Probables und Ersatzspieler eine Chance. Einer der Schweizer Probables ist der 25-jährige Fabio Celestini. Der Sohn italienischer Einwanderer aus Perugia hat sich nach dem Wegzug im Sommer von Lausanne zu Aufsteiger Troyes als zentraler Mittelfeldspieler in Frankreich profiliert.
«Sforzas Fehlen könnte meine Chance sein», gibt sich Celestini selbstbewusst. «Ich habe taktisch von unserem Trainer sehr viel gelernt. Perrin sucht die Konfrontation, ist sehr emotional, spricht viel mit den Spielern und macht sie auf deren Fehler aufmerksam. Ich schätze diese Offenheit.»
Celestini, der unter Gilbert Gress in Basel gegen Jugoslawien (1:1) im Nationalteam debütierte und bislang auf sieben Einsätze kam, könnte eine Variante als Spielmacher sein.
Eine andere Möglichkeit wäre Mario Cantaluppi, der bei Interimscoach «Bidu» Zaugg einmal im Zentrum, auf seiner bevorzugten Position, ran durfte.
Wahrscheinlich wird der Basler aber erneut auf die rechte Seite ausweichen müssen, weil Trossero vergass, einen rechts heimischen Aussenläufer aufzubieten, zum Beispiel Massimo Lombardo (Lausanne), Alain Gaspoz (Lugano) oder Sascha Müller (St. Gallen).
«Müller habe ich im Auge», beschied sich Trossero dazu zu sagen und wirkte generell gereizt. Ob er sich nach dem mässigen WM-Qualifikationsstart mit nur vier Punkten aus drei Spielen unter Druck fühlt?
Die leichten Blessuren von Zwyssig (Knöchelbänder) und Vogel (muskuläre Probleme im Oberschenkel) lassen Einsätze verantworten. Sforza wird nach Absprache mit Trossero zu Beginn fehlen.
Mindestens fünf Spieler möchte der Argentinier während des Testspiels auswechseln. Torhüter Stiel, der zu seinem Debüt gelangt, und Zuberbühler im Tor, Mazzarelli, Rückkehrer Rothenbühler und Neuling Rota, dazu wohl alle vier Stürmer, nämlich Sesa, Yakin, Rey und Muff.
Trossero warnt vor dem Unterschätzen desGegners: «Das Team verdient Respekt und spielt in brasilianischem Stil. Die Akteure sind technisch stark und sehr beweglich.»
swissinfo und Agenturen
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