Verletzte Brasilianerin hat gelogen
Nicht schwanger und möglicherweise auch nicht attackiert: Das Zürcher Institut für Rechtsmedizin (IRM) hat die junge Brasilianerin untersucht, die am letzten Montag mit Schnittverletzungen bei einem Zürcher Vorortsbahnhof aufgefunden worden ist.
Die Frau hatte erklärt, als Folge einer Messerattacke durch drei Unbekannte – wahrscheinlich Neonazis – habe sie auf der Bahnhofstoilette eine Fehlgeburt erlitten. Sie sei im dritten Monat mit Zwillingen schwanger gewesen.
Medizinische Abklärungen des IRM der Universität Zürich haben nun klar ergeben, dass die Frau nicht schwanger war, wie die Stadtpolizei am Freitag bekanntgab.
Weiter untersucht werden nun unter anderem die Schnitte, mit denen die Frau übersät war. Wie IRM-Leiter Walter Bär vor den Medien ausführte, ist das «Verletzungsbild eindrücklich», die Verletzungen seien aber nicht schwer.
Die Rechtsmediziner haben bemerkt, dass sich alle Schnitte an jenen Körperstellen befinden, an die ein Mensch selbst hinlangen kann: Oberarme, Bauch, Beine, Hals, Hinterkopf. Nicht verletzt waren Brustwarzen und Bauchnabel.
Aufgefallen ist den Fachleuten das «linienartige Muster» der Schnitte. Manche wirkten «wie nachgezogen». Dreimal sei klar der Schriftzug «SVP» zu erkennen, sagte Bär.
Noch sind die Untersuchungen der Schnittverletzungen nicht abgeschlossen. Auch kriminaltechnische Abklärungen werden noch vorgenommen. Nach Polizeiangaben dürften die Abklärungen noch einige Zeit dauern.
Die 26-Jährige befindet sich nach wie vor in Spitalpflege. Sie und weitere Personen wurden und werden weiterhin «ausführlich befragt». Hierzu gibt die Polizei aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes sowie aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Auskünfte.
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