The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Wallis und Tessin: Noch immer sind viele Menschen nicht zu Hause

Das Ausräumen musste schnell gehen - bis diese Menschen wieder nach Hause zurückkehren können, dauert es noch Tage oder Wochen. Keystone

In den Schweizer Kantonen Wallis und Tessin warten noch immer 2'500 Unwetter-Opfer darauf, in ihre Häuser zurückkehren zu können.

Für die Einwohner und Einwohnerinnen des 150-Seelen-Dorfes Gondo, wo ein verheerender Erdrutsch am vergangenen Samstag acht Häuser zerstört und 13 Menschen in den Tod gerissen hatte, dürfte das noch mehrere Wochen dauern.

Die Leute sind immer noch in leerstehenden Ferienwohnungen oder bei Freunden und Angehörigen in Simplon-Dorf und Brig untergebracht. Nach vier Opfern wurde am Freitag (20.10.) noch gesucht.

Noch steht der Entscheid aus, wo die 14 Kinder von Gondo ab Montag zur Schule gehen werden. «Am Freitagnachmittag wird das Schulinspektorat in Brig einen Entscheid fällen», erklärte Alfred Squaratti, Pressesprecher des Krisenstabes von Gondo. Diese Woche sind die Kinder noch in den Schulferien.

Experten prüfen Sicherheit

Kantonsgeologe Jean-Daniel Rouiller prüft die Sicherheit und Bewohnbarkeit des Dorfes, ob die verbliebenen Häuser nicht gefährdet sind. Sobald diese Expertise abgeschlossen ist und Rouiller grünes Licht gibt, «dann können die intakten Wohnungen nach und nach wieder bezogen werden.» Der Wille der Bevölkerung sei da, wieder ins Dorf zurückzukehren.

Rhone-Korrektur kommt schneller

Die Walliser Behörden beschlossen als Konsequenz der Überschwemmungen im Tal, die seit langem geplante Korrektur des Flusslaufs der Rhone zu beschleunigen. Damit sollen die Ufergebiete bei Hochwasser besser geschützt werden. Insgesamt sollen die Arbeiten 30 Jahre dauern.

Lage im Tessin entschärft

Im Tessin sind die Aufräumkolonnen vor allem mit dem Aufsaugen von ausgelaufenem Heizöl beschäftigt. Der Pegel des Langensees (Lago Maggiore) ist weitgehend gesunken. Viele Schulen und Betriebe bleiben aber bis Montag (23.10.) geschlossen. Es werde wahrscheinlich noch bis Ende nächster Woche dauern, bis alle Einwohner und Einwohnerinnen in ihre Häuser zurückkehren können.

Öffentlicher Verkehr noch immer behindert

Auch sechs Tage nach der Unwetterkatastrophe im Wallis und in den angrenzenden Regionen sind am Freitag noch einzelne Bahnlinien für den Verkehr gesperrt gewesen.

Nach Mitteilung von SBB und BLS war im internationalen Verkehr die Simplonlinie betroffen. Sie bleibt auf Anordnung der italienischen Präfektur von Verbania wegen anhaltender Erdrutschgefahr bei Iselle bis auf weiteres geschlossen. Reisende aus der Westschweiz in den Tessin und nach Italien müssen deshalb den Umweg über die Gotthardstrecke antreten.

Im Wallis bleibt die Strecke Sierre – Brig noch bis mindestens Ende nächster Woche unterbrochen. Kein Zugsverkehr ist zudem auf den Strecken Brig – Fiesch und Brig – St. Niklaus möglich. Hier werden Busse eingesetzt, wobei die Strasse Stalden – St. Niklaus am Freitagmorgen erstmals seit dem vergangenen Wochenende wieder ohne zeitliche Einschränkungen befahrbar war. Dies ermöglichte es der BVZ Zermatt-Bahn, die Verbindung mit Zermatt mit Bussen wieder voll aufzunehmen.

Im Tessin wurde auf der Strecke Cadenazzo – Magadino ein fahrplanmässiger Busbetrieb aufgenommen. Noch unterbrochen blieb am Freitag ferner die Strecke Bex – Villars – Bretaye in der Waadt.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft