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Washingtoner Holocaust-Memorial erhält Schweizer Dokumente

Der Direktor des Bundesarchivs, Christoph Graf, hat dem Holocaust Memorial Museum in Washington am Donnerstag (09.11.) die letzen Mikrofilme mit Daten über jüdische Flüchtlinge in der Schweiz übergeben. Der Austausch war 1996 vereinbart worden.

Graf übergab im Rahmen einer Feier die letzte von 13 Schachteln voller Mikrofilme. Insgesamt erhielt das Holocaust Museum vom Bundesarchiv rund 1,4 Millionen Dokumente auf Mikrofilm über 22’000 jüdische Flüchtlinge, die zwischen 1939 und 1945 in der Schweiz Zuflucht fanden.

An der Feier zum Ende der Übergabeaktion lobte der ehemalige Vorsitzende des Holocaust-Gedenk-Rates, Miles Lerman, die gute Zusammenarbeit und das vorzügliche Einvernehmen zwischen dem Museum und dem Bundesarchiv.

Botschafter: «Nichts vergraben»

Botschafter Alfred Defago erklärte die Hilfsbereitschaft der Schweiz damit, dass man nichts gewinne, wenn man seine Geschichte im Keller von Archiven vergrabe. Das Holocaust Museum biete allen Seiten eine ausgezeichnete Möglichkeit der Wahrheitsfindung.

Bundesarchiv-Direktor Graf freute sich über das Lob aus den USA. Das Holocaust Museum und auch das Bundesarchiv seien nicht nur Tore zur Vergangenheit, sondern sollten auch helfen, die Probleme der Gegenwart und der Zukunft zu lösen. Die gute Zusammenarbeit müsse dringend weitergeführt werden, sagte Graf.

Trilaterale Vereinbarung

Das Bundesarchiv hatte 1995 respektive 1996 mit dem Yad Vashem-Museum in Jerusalem und dem Holocaust Memorial Museum in Washington einen Datenaustausch vereinbart. Dazu gehörte die Erfassung der Daten jüdischer Flüchtlinge auf Mikrofilmen.

Die Kosten der Operation von rund 300’000 Franken wurden gedrittelt, wie Guido Koller vom Bundesarchiv erklärte. Der Datenaustausch soll übrigens weiter gehen. Das Washingtoner Museum sei an diplomatischen Dokumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges interessiert.

swissinfo und Agenturen

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