Zerstörungen beeinträchtigen Hilfseinsätze
Die Zerstörungen und Vertreibungen in Zimbabwe beeinträchtigen auch die Programme der Schweizer Hilfswerke.
Jetzt liess die Regierung in Harare das Ende ihrer Abrisspolitik verlauten. Laut UNO-Schätzungen haben die Plattwalzungen 700’000 Leute obdachlos gemacht.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departments für Auswärtige Angelegenheiten hat Spezialgelder für Zimbabwe locker gemacht.
Damit soll jenen Leute geholfen werden, die unter den Aufräum-, sprich Abrissaktionen der dortigen Regierung leiden. Diese ging von Mai bis Ende Juli gegen nicht bewilligte Behausungen in Slums und Townships vor, indem sie sie niederwälzen liess.
Im laufenden Jahr hat die DEZA bisher 1, 39 Mio. Franken für das Land aufgewendet. Dies entspricht etwa der Vorjahres-Gesamtsumme für das afrikanische Land. Allein 680’000 Franken entfielen auf Nahrungsmittel- und Milchverteilung.
«Zimbabwe befindet sich in einem Teufelskreis von strukturellem und gesellschaftlichen Kollaps, was durch die Abrisse in den Armenvierteln noch verstärkt worden ist», sagt DEZA-Sprecher Jean-Philippe Jutzi gegenüber swissinfo.
«Das grösste Problem ist die Korruption», so Jutzi. «Ständig müssen wir acht geben, dass das Geld wirklich für den angezielten Zweck eingesetzt wird.»
Rückschläge wegen den Plattwalzungen
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) war schon vor der Unabhängigkeit des Landes in Zimbabwe tätig. Seine Hilfsprogramme hätten nun aber wegen der offiziellen Plattwalz-Politik einen starken Rückschlag erlitten.
So ist laut DEZA-Sprecherin Barbara Müller das Werkstatt-Projekt im Township Chitungwiza am meisten betroffen. In dieser Werkstatt wurden Zimmermanns- und Handarbeits-Wissen vermittelt, um Anwohnern zu ermöglichen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
«Diese Voraussetzungen sind nun nicht mehr gegeben und viele Anlagen sind verloren gegangen», sagt Müller. Ausserdem hätten von der Heks früher Ausgebildete ihre eigenen Werkstätten verloren, und einigen ihrer Angestellten seien die Heime plattgewalzt worden.
«Wir müssen herausfinden, wie wir unter diesen veränderten Umständen unsere Arbeit fortsetzen können», sagt Müller. «Diese Leute haben zwar alles verloren, sind aber widerstandsfähig und sie werden weitermachen.»
Die Regierung in Harare hatte die Abrisspolitik mit der Säuberung von der Kriminalität begründet. Sie versprach, für die obdachlos gewordenen Bewohner neue Behausungen zu bauen.
Weltkirchenrat und UNO protestieren
Der in Genf niedergelassene Weltkirchenrat hat 500’000 Franken gespendet und gleichzeitig bei der Regierung in Harare protestiert.
Der Rat macht deutlich, dass die Säuberungen in einem Zeitraum erfolgt seien, in dem die ländlichen Gebiete wegen der Dürre noch weniger als sonst im Stande seien, die Vertriebenen aus den Slums aufzunehmen.
Der Zeitpunkt dieses Protests deckt sich mit einer entsprechenden Diskussion im UNO Sicherheitsrat über einen Spezialbericht zu dieser Abrisspolitik der Slums in Zimbabwe.
Der Bericht, von der UNO-Sonderbeauftragter Anna Tibaijuka erarbeitet, hält fest, dass die Abrissaktionen internationales Recht verletzten würden.
UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat das «Säuberungs-Programm» als «eine katastrophale Ungerechtigkeit gegenüber den ärmsten Bürgern von Zimbabwe» beschrieben.
swissinfo, Matthew Allen
(Übertragung aus dem Englischen von Alexander Künzle)
Die UNO schätzt, dass in Zimbabwe wegen der Plattwalzungen rund 700’000 Leute ihr Obdach verloren haben.
Rund 2,4 Millionen sind davon in einer anderen Weise betroffen.
Die DEZA hat seit Jahresbeginn 1,39 Mio. Franken für die Hilfe an dieses Land aufgewendet.
Die «Säuberungs-Kampagne» der Regierung von Harare begann im Mai und lief Ende Juli aus.
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