Deutsche Kunstsammlerin Irene Ludwig gestorben
(Keystone-SDA) Aachen – Die Kunstsammlerin Irene Ludwig ist tot. Sie starb im Alter von 83 Jahren am Sonntag nach kurzer, schwerer Krankheit. Dies teilte die Peter und Irene Ludwig-Stiftung in Aachen mit. Irene Ludwig und ihr Mann Peter galten als Deutschlands bedeutendstes Kunstsammler-Ehepaar.
Peter Ludwig (1925-1996) war der grosse, beredte Mäzen in der Öffentlichkeit, sie die stille Akteurin im Hintergrund. Mit grosser Leidenschaft trugen sie rund 12’000 Kunstwerke zusammen – von der Antike bis zur Gegenwart. Leihgaben und Schenkungen gibt es in über 30 Museen, zwölf davon tragen den Namen Ludwig – unter anderem in Köln, Wien, Budapest, Peking und Basel.
Die Zusammenarbeit zwischen den Eheleuten Ludwig und dem Basler Antikenmuseum begann gemäss Angaben der Ludwigstiftung in den frühen siebziger Jahren. 1981 schenkten Irene und Peter Ludwig der Stadt Basel eine 200 Objekte umfassende Antikensammlung.
Diese Schenkung führte zu einer Erweiterung des Museums, das anschliessend unter dem Namen Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig wiedereröffnet wurde. Mit der Gründung der Ludwigstiftung sorgte Irene Ludwig dafür, dass die Häuser mit denen sie und ihr Mann zusammengearbeitet hatten, auch künftig unterstützt werden.
Sowjetische Avantgarde und Pop-ArtZu den herausragenden Stücken der Sammlung gehören Meisterwerke der sowjetischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Pop-Art der 60er Jahre, die durch das Ehepaar in Europa erst populär geworden ist.
So wurde 1967 das Museum Ludwig in Köln gegründet – nachdem das Ehepaar der Stadt 300 Werke von Künstlern wie Georg Baselitz, Yves Klein, Robert Morris und Gerhard Richter geschenkt hatte.
Irene Ludwig stand nicht gerne im Rampenlicht. Sie stammte aus der alteingesessenen Aachener Schokoladenfabrik Monheim und wuchs mit vier Geschwistern auf. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Mainz. Im Studium lernte sie Peter Ludwig kennen, den sie 1951 heiratete.
Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes vor 14 Jahren zog Irene Ludwig in dessen Büro, um sein Lebenswerk fortzuführen. 1998 gründete sie die Peter und Irene Ludwig-Stiftung und schuf damit die Basis für eine dauerhafte Unterstützung der Museen und Einrichtungen, die über wichtige Schenkungen oder Leihgaben der Sammlung verfügen.