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Abacha-Affäre: UBS sperrt Konten

Die Grossbank arbeitet nun eng mit den Kontroll-Behörden zusammen. Keystone Archive

Eine interne Kontrolle bei der Schweizer Grossbank hat den Verdacht auf Geldwäscherei erhärtet. Es geht um mögliche Gelder von Abacha-Söhnen.

Die Grossbank UBS informierte am Mittwoch die Medien: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei einer Geschäfts-Beziehung Gelder der Söhne des verstorbenen nigerianischen Diktators Sani Abacha im Spiel seien, teilte die Bank in ihrem Communiqué mit.

Die entsprechenden Konten seien blockiert worden. Zudem seien die Meldestelle für Geldwäscherei und die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) vom Fall in Kenntnis gesetzt worden.

EBK eröffnet Verfahren gegen UBS

Weil ein Kunde der Aufforderung der UBS, weitere Angaben und Belege zu liefern, nicht nachkam, traf die UBS eigene Abklärungen und ging dabei dem Verdacht auf Geldwäscherei nach.

Die Bankenkommission hat ein Verfahren gegen die Grossbank eröffnet. Wie EBK-Sprecherin Tanja Kocher sagte, wird dabei geprüft, ob die UBS bei der Konto-Eröffnung und während der Geschäfts-Beziehung die nötige Sorgfalt walten liess.

Ungenügende Kontrollen?

Zudem werde untersucht, warum die Bank die verdächtigen Gelder erst jetzt erkannt habe und ob die Kontrollen der UBS in Bezug auf Potentatengelder den vorgeschriebenen Standards genügten.

Die UBS habe die Aufsichtsbehörde völlig offen über den Fall informiert und sei auch ausserordentlich kooperativ, sagte die Sprecherin weiter. Dennoch sei die EBK leicht befremdet, dass die Angelegenheit erst jetzt zum Vorschein komme. «Besser spät als nie», sagte Kocher und fügte hinzu: «Wer sucht, der findet auch.» Die EBK wurde vergangenen Woche von der UBS informiert.

Kontostand: über 100 Mio. Franken

Beim nun öffentlich gewordenen Fall geht es um einen britischen UBS-Kunden, der 1996 eine Gesellschaft eingeführt hatte, an der sich auch zwei Geschäftspartner aus Nigeria wirtschaftlich beteiligten.

Der Kunde habe gegenüber der Bank versichert, seine Geschäftspartner hätten keinen politischen Hintergrund. In der Folge wurden auf das Konto mehrere Einzahlungen von internationalen Banken getätigt, zwei Übertragungen gingen an Banken ins Ausland. Der aktuelle Saldo beläuft sich laut UBS auf 60 Mio. Dollar (über 100 Mio. Franken).

Lange Vorgeschichte mit blockierten Konten

Sani Abacha und sein Clan haben gemäss Schätzungen während der Herrschaft des Diktators zwischen 1993 und 1998 mehr als vier Mrd. Dollar veruntreut.

Die jetzige Regierung wirft ihnen vor allem vor, die Zentralbank des Landes systematisch geplündert zu haben. Rund 440 Mio. Dollar des 1998 verstorbenen Diktators sind auf Schweizer Konten blockiert. Die Schweiz wurde in der Sache um Rechtshilfe gebeten.

swissinfo und Agenturen

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