Anstehende Fusion auf dem Finanzplatz Genf
Die Privatbanken Union Bancaire Privée (UBP) und Discount Bank and Trust Company (DBTC) in Genf wollen sich zusammenschliessen.
Die Mehrheitsaktionärinnen der beiden Institute, die Familien de Picciotto und Recanati, hätten Verhandlungen aufgenommen und eine Absichtserklärung unterzeichnet, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Mitteilung. Die Gespräche dürften in den kommenden Wochen zu einer Einigung führen.
Zunächst müssten aber noch «gewisse Aspekte zur Zufriedenstellung beider Parteien» geregelt werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Fusion muss dann noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden.
Die neue Bank heisst UBP
Die neue Bank werde den Namen Union Bancaire Privée tragen, sagte UBP-Direktionsmitglied Michael Wyler. Für weitere Angaben, etwa zur künftigen Zahl der Angestellten, sei es aber noch zu früh.
Die Fusion der zwei auf Private Banking spezialisierten Unternehmen stehe in keinem Zusammenhang mit dem schwieriger gewordenen Umfeld in diesem Geschäftsbereich, betonte Wyler. Hingegen ergänzten sich die Angebote der beiden Institutionen gut.
Der Prozess der Globalisierung verlange auch von Privatbanken eine gewisse Grösse, die über ein organisches Wachstum aber nur sehr langsam zu erreichen sei. Nach der Fusion dürfte die UBP zu den drei grössten Genfer Privatbanken gehören, sagte Wyler.
Über 20 Mrd. Franken Bilanzsumme
Nach der Fusion dürften die beiden Banken auf eine Bilanzsumme von rund 20 Mrd. Franken kommen. Die UBP wies per Ende 2001 eine Bilanzsumme von 14,9 Mrd. Franken aus, ein Jahr zuvor waren es noch 15,9 Mrd. Franken.
Von der DBTC liegen die Zahlen für 2001 noch nicht vor. Per Ende 2000 belief sich die Bilanzsumme auf 6,64 Mrd. Franken, was einem Minus von 4,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die UBP hatte Ende 2001 noch 936 Angestellte beschäftigt, Ende 2000 waren es noch über 1000 gewesen. Im Juli letzten Jahres hatte die Bank weltweit einen Abbau von rund 20% der Stellen angekündigt. Die DBTC beschäftigt gegenwärtig rund 500 Personen.
swissinfo und Agenturen
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