Auch Schweizer Maschinenindustrie vom Aufschwung erfasst
Der Aufschwung hat im letzten Quartal 1999 auch die Schweizer Maschinenindustrie voll erfasst. Wie der Dachverband Swissmem bekannt gab, schnellten die Aufträge im Vorjahresvergleich um 12,3 Prozent in die Höhe.
Die Schweizer Maschinenindustrie läuft nach einem schwachen Jahr 1999 wieder auf vollen Touren. Die Bestellungen zeigen steil nach oben, und die Branche ist für 2000 sehr zuversichtlich. Optimistisch gab sich der Dachverband am Dienstag (29.02.) auch für die Zukunft des Werkplatzes Schweiz, warnte aber vor Interventionismus.
Wie die Spitze des Branchenverbands Swissmem an der Jahresmedienkonferenz in Zürich bekannt gab, hat der Aufschwung die Maschinenindustrie im vierten Quartal 1999 voll erfasst. Die 180 von der Statistik erfassten Firmen meldeten eine Zunahme des Auftragseingangs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 12,3 Prozent.
Aus dem Inland wurden sogar 28,0 Prozent mehr Bestellungen registriert, während die Auslandaufträge um 7,5 zunahmen, wie Verbandsdirektor Thomas Daum sagte. Die Umsätze blieben wegen der schwachen Auftragslage in der ersten Jahreshälfte im vierten Quartal noch um 7,7 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Die Zahlen für das ganze Jahr zeigen beim Auftragseingang noch ein knappes Minus von 0,8 Prozent und beim Umsatz einen Rückgang um 7,1 Prozent.
Positiv verlief der Export, der den Vorjahreswert um 3,2 Prozent übertraf und gut 52 Milliarden Franken ausmachte. Besonders dynamisch verlief laut Daum das Geschäft mit den USA, die 18,7 Prozent mehr Schweizer Maschinen abnahmen als 1998. Auch die Ausfuhren nach Asien legten wieder um 6,6 Prozent zu, wobei auch hier ein Boom im letzten Quartal mit einer Exportsteigerung um 23 Prozent verzeichnet wurde. Ein Blick auf die einzelnen Industriezweige zeigt, dass vor allem die Textilmaschinen noch mit Problemen kämpften. Hier gingen die Exporte im Vorjahresvergleich um 16,9 Prozent zurück.
Schwacher Franken stützt Exporte
Für das laufende Jahr ist die Maschinenindustrie sehr zuversichtlich. Eine Ausdehnung des Auftragsvolumens um zehn Prozent sei realistisch, sagte Daum. Beim Umsatz dürfte die Entwicklung noch etwas hinter her hinken, aber ebenfalls ein positives Wachstum von zwei bis drei Prozent erreichen.
Daum begründete den grossen Optimismus vor allem mit den Exportaussichten. Denn auch in der EU scheine nun eine kräftige Belebung einzusetzen. Hinzu kommen die anhaltende Dynamik der US-Konjunktur und eine Erholung in Japan. Als ausgesprochen günstig für die Ausfuhren betrachtet Daum die Wechselkursverhältnisse mit dem starken Dollar und mit der stabilen Relation des Frankens zum Euro. Schliesslich setzt die Maschinenindustrie auch auf eine robuste Binnenkonjunktur mit einer guten Konsumentenstimmung.
Vorteile aus bilateralen Verträgen erwartet
Verbandspräsident und Nationalrat Johann N. Schneider-Ammann stellte an den Beginn seines wirtschaftspolitischen Tour d’Horizon einen eindringlichen Appell für die Annahme der bilateralen Verträge mit der EU bei der Volksabstimmung vom 21. Mai. Die Staaten von EU und Efta absorbierten mehr als zwei Drittel der Maschinenexporte und hätten somit den Status eines Heimmarktes. Mit den bilateralen Verträgen werde ein fast hindernisfreier Zugang ermöglicht. Mit Blick auf die Kontroverse um den Stellenabbau in der Schweizer Industrie plädierte Schneider-Ammann gleichzeitig dafür, bestehende Standorttrümpfe der Schweiz nicht leichtfertig durch Interventionismus im Arbeits- und Mitwirkungsrecht aus der Hand zu geben.
Zwar seien in der Maschinenindustrie von 1991 bis 1998 rund 60’000 Stellen oder 15 Prozent der Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Branche habe den Strukturwandel aber zur Neupositionierung und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt.
SRI und Agenturen
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