Bio-Milch und -Fleisch: Produktion hinkt hinter Nachfrage her
In der Schweiz gibt es zu wenig Bio-Milch und Bio-Fleisch. Die Organisation BIO SUISSE hat die Landwirte dazu aufgerufen, auf biologische Produktion umzustellen. Der Umsatz von BIO SUISSE stieg im letzten Jahr um 14 Prozent auf 656 Millionen Franken
In der Schweiz gibt es zur Zeit zu wenig Bio-Milch und Bio-Fleisch. Die Organisation BIO SUISSE hat am Dienstag (28.03.) die Landwirte dazu aufgerufen, auf biologische Produktion umzustellen. Die Chance müsse genutzt werden, solange der Schweizer Markt noch von einem gewissen Grenzschutz profitiere.
Der Detailhandelsumsatz mit dem Knospen-Label von BIO SUISSE stieg im letzten Jahr um 14 Prozent auf 656 Millionen Franken, wie Christof Dietler, Geschäftsführer von BIO SUISSE, vor den Medien in Bern sagte. Allein bei Coop betrug die Steigerung 62 Millionen Franken. Über die Reformgeschäfte und den Fachhandel wurden Bio-Produkte für rund 150 Millionen abgesetzt. Bei Migros nahm sich der Zuwachs von rund 15 Milionen Franken relativ bescheiden aus. Allerdings sei eine starke Zunahme voraussehbar, nachdem das M-Sano-Programm zurückgezogen worden sei, sagte Dietler.
Bereits mittelfristig sei in der Schweiz ein Marktanteil von fünf Prozent für Bio-Produkte realistisch, was einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Franken bedeute. Um diese Zahlen zu erreichen, müsse allerdings der Milch- und Fleischmarkt dynamischer werden.
Im letzten Jahr wurden laut Dietler erstmals mehr als 100 Millionen Kilogramm Bio-Milch produziert. Ein weiterer Zuwachs von 13 bis 15 Prozent sei für das kommende Milchjahr durchaus realistisch. Bei Coop habe der Anteil von Bio-Pastmilch bereits 35 Prozent erreicht. Das Angebot könne zur Zeit allerdings mit der Nachfrage nicht mithalten, weil sich die Zahl der Umstellbetriebe nur zögerlich entwickle. Auch beim Bio-Fleisch decke die Produktion die Nachfrage nur noch knapp.
Um den Mangel ausgleichen, ruft BIO SUISSE Bauern und Bäuerinnen dazu auf, ihre Produktion insbesondere für den Milch-, Fleisch- und Getreidemarkt umzustellen. Die Chance müsse genutzt werden, solange die bilateralen Verträge mit der EU noch nicht in Kraft seien. Zudem könne nur mit einem zusätzlichen Angebot an den Export von Bio-Produkten gedacht werden.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch