Boom bei den Importen – abgeschwächtes Wachstum bei den Exporten
Ein Boom bei den Importen und ein abgeschwächtes Wachstum der Exporte prägten den Schweizer Aussenhandel im Januar. Die Handelsbilanz wies im ersten Monat des neuen Jahres ein Defizit von rund einer halben Milliarde Franken aus.
Der Aussenhandel im Januar war gemäss Angaben des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) von Donnerstag (02.03.) durch einen Importboom und ein abgeschwächtes Exportwachstum geprägt. Die Handelsbilanz wies im ersten Monat des neuen Jahres ein Defizit von rund einer halben Milliarde Franken aus.
Die Einfuhren erreichten einen Wert von rund 9,058 Milliarden Franken, was einer wertmässigen Steigerung von 19,4 Prozent gegenüber Januar 1999 gleichkommt. Arbeitstagsbereinigt betrug das Wachstum immer noch 13,7 Prozent.
Die Exporte nahmen innert Jahresfrist wertmässig um 7,4 Prozent und Arbeitstag bereinigt um 2,2 Prozent zu. Dies sei eine klare Verlangsamung gegenüber der dynamischen Entwicklung im vergangenen Dezember. Der Importschub führte zu einem Defizit in der Handelsbilanz von 508,2 Millionen Franken.
Wird der Handel mit Edelmetallen, Edel- und Schmucksteinen sowie Kunstgegenständen und Antiquitäten berücksichtigt, so beliefen sich die Einfuhren auf 9,562 Milliarden Franken, die Ausfuhren auf 9,115 Milliarden Franken und das Defizit auf 446 Millionen Franken.
Bei den Importen erhöhten sich laut EFD vor allem die Bezüge von Energieträgern, wobei die kräftige Wertsteigerung von der deutlichen Verteuerung des Erdöls herrührte. Aus sämtlichen Wirtschaftsräumen wurde massiv mehr eingeführt.
Aber auch bei den übrigen Warengruppen nahmen die Einfuhren deutlich zu. Besonders gefragt waren Investitionsgüter wie Übermittlungsanlagen und EDV-Anlagen. Bei den Rohstoffen und Halbfabrikaten weiteten sich vor allem die Importe von elektronischen Artikeln, Metallen und chemischen Grundstoffen aus. Auch die Bezüge von Papier und Uhrenteilen erhöhten sich markant.
Im Bereich der Konsumgüter legten die Importe von Arzneiwaren und Unterhaltungselektronik am meisten zu. Alois Zurwerra, der Chef des Bereichs Aussenhandelsstatistik im Eidg. Finanzdepartement, führt den Boom auf die starke Inlandnachfrage und die günstigen Konjunkturaussichten in der Schweiz zurück.
Verlangsamtes Exportwachstum
Deutlich verlangsamt hat sich dagegen das Exportwachstum der Schweizer Wirtschaft. Hatte der Export im Dezember noch um 15,4 Prozent zugelegt, so betrug der Anstieg im Januar noch 7,4 Prozent. Zurwerra begründete den Rückgang mit dem Milleniumsaspekt. Unternehmen und Konsumenten hätten vor dem Jahreswechsel Reserven angelegt. Zudem habe die Chemiebranche im Dezember ihre Exporte forciert, um die Jahresziele von 1999 zu erreichen.
Nach Wirtschaftsräumen aufgeschlüsselt legten insbesondere die Importe aus den Erdöl-exportierenden OPEC-Ländern zu ( 133,2 Prozent). Die Einfuhren aus den Industrieländern nahmen um 16,7 Prozent zu. Die Schweizer Exporte in die Industrieländer erhöhten sich demgegenüber nur um 5,2 Prozent Vor allem die Lieferungen in die EU, dem wichtisten Abnehmer, stagnierten.
Der markante Anstieg des Passivsaldos mit den Industrieländern ist die Hauptursache des Handelsbilanzdefizits von 508,2 Mio. Franken. Binnen Jahresfrist hatte dieses um das Dreieinhalbfache zugenommen.
swissinfo und Agenturen
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