EU-Kritik an Gotthard-Politik
Die EU kritisiert das Stauregime am Gotthard. Die Schweiz soll Verbesserungen vornehmen.
Das Verkehrs-Departement UVEK hat erneut Post erhalten von der EU-Verkehrskommissarin. In ihrem Brief fordert Loyola de Palacio eine Optimierung der jüngsten Verkehrs-Massnahmen am Gotthard.
Man habe den Brief erhalten, bestätigte UVEK-Sprecher Hugo Schittenhelm einen entsprechenden Artikel der «SonntagsZeitung». Darin akzeptiere Palacio zwar die Verkehrs-Massnahmen für den Schwerverkehr am Gotthardtunnel, wie das Dosierungs-System und den Mindestabstand.
Palacio möchte aber wissen, wie die Massnahmen optimiert werden könnten, sagte Schittenhelm. Das UVEK sei laufend dabei, das System zu verbessern, erklärte der UVEK-Sprecher weiter.
Schweiz beantwortet EU-Brief
Palacio weise auf die Engpässe des Systems hin, sagte Schittenhelm. Die EU-Verkehrskommissarin bemängle die Wartezeiten für Lastwagen, die bis zu acht Stunden dauern würden. Diese betragen laut Schittenhelm jedoch im Durchschnitt zwei Stunden.
Das UVEK werde den Brief der EU-Kommissarin demnächst beantworten, hiess es in Bern weiter.
Beginn der Renovationsarbeiten
Die anstehenden Renovations-Arbeiten am Gotthard-Strassentunnel, die am Montag beginnen, werden derweil etwas länger dauern als vorgesehen. Grund dafür: Der Tunnel wird erst ab 22 Uhr für sämtlichen Verkehr gesperrt.
Ursprünglich hatte das Bundesamt für Strassen (ASTRA) vorgehabt, den Tunnel jeweils von 20 bis 5 Uhr zu sperren. Mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des Schwerverkehrs beschloss das ASTRA jedoch, zwei Stunden später mit den Arbeiten zu beginnen.
Das bedeutet allerdings, dass die Renovation voraussichtlich länger als die ursprünglich vorgesehenen acht Wochen dauern wird. Deshalb wird der Tunnel wohl auch nach Ostern nachts jeweils von Montag bis Donnerstag für jeglichen Verkehr gesperrt bleiben.
Wieder SBB-Autoverlad?
Der Kanton Tessin möchte die SBB nun dazu bewegen, den Autoverlad zwischen Airolo und Göschenen für die Zeit der Renovationsarbeiten wieder aufzunehmen. Der Autoverlad war im November und Dezember jeweils bis 23 Uhr in Betrieb.
In der 600 Meter langen Zona rossa des Tunnels werden ab Montag die Wandplatten installiert. Zudem müssen die so genannten Brand-Lüftungsklappen eingebaut werden.
swissinfo und Agenturen
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