Geschäftsreiseverkehr wird durch Telekommunikation nicht vermindert
Der zunehmende Einsatz moderner Telekommunikationsmittel wird den Geschäftsreiseverkehr nicht vermindern. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien des Nationalfonds, die am Freitag (24.03.) in Bern präsentiert wurden.
Der zunehmende Einsatz moderner Telekommunikationsmittel wird den Geschäftsreiseverkehr nicht vermindern. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien des Nationalfonds, die am Freitag (24.03.) in Bern präsentiert wurden.
Immer wieder werde die Hoffnung geäussert, moderne Kommunikationsmittel könnten Geschäftsreisen ersetzen und damit den Verkehr vermindern. Laut Mitteilung werden diese Hoffnungen zu einem grossen Teil durch diese Studien zerstört.
Die Telekommunikationsmittel erlaubten nämlich den Unternehmungen, über grössere Distanzen mit Partnern zusammen zu arbeiten. Dies erzeuge letztlich mehr Geschäfts- und auch Güterverkehr, als durch «elektronische Kontakte» eingespart werden könne. Aus einer Umfrage eines Projektes der Universität Zürich gehe hervor, dass bei Firmen, die häufig moderne Telekommunikationsmittel (TKM) einsetzten, Videokonferenzen nur von weniger als zehn Prozent der Firmen genützt würden.
Es habe sich auch bestätigt, dass immer mehr in internationalen Teams gearbeitet werde. Die TKM ermöglichten zwar eine effizientere und räumlich getrennte Zusammenarbeit, die aber nach Meinung der Firmen ohne persönliche Begegnungen und Reisen für bedeutende Kundenkontakte und für Geschäftsleitungssitzungen nicht möglich sei. Auch der E-Commerce spart laut den Studien kaum Verkehr. Der Einsatz von Elektronik und TKM beim Bestellen und Vertreiben von Waren und Dienstleistungen bringe eher grössere und längere Handelsströme und damit zusätzlichen Verkehr.
Dagegen zeige eine Untersuchung der Universität Stuttgart über Telearbeit, dass die vermehrte Arbeit zu Hause am Computer tatsächlich Verkehr einsparen könne. Laut Mitteilung wurde aber an der Tagung deutlich, dass das Potenzial für Telearbeit als eher gering eingestuft wird und die verkehrserzeugenden Effekte der verstärkten Arbeitsteilung insgesamt überwiegen dürften.
swissinfo und Agenturen
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