Goumois und die Folgen
Nach der geglückten Rettung der acht Eingeschlossenen im französischen Jura muss geklärt werden, wer die Rettung zu verantworten und zu bezahlen hat. Auch die Erlebnispädagogik selber wird hinterfragt. Vorerst wurde sie aus dem Schulprogramm gestrichen.
Für eine Schuldzuweisung sei es zu früh, sagte Rosmarie Zapfl, CVP-Nationalrätin und Stiftungsrats-Präsidentin der Schule für Soziale Arbeit am Montag (21.05.) vor den Medien in Zürich. Man wolle erst einen Bericht externer Experten abwarten. Diese sollen klären, wer für den Vorfall verantwortlich sei.
Konrektor Markus Brändle sagte, die versicherungs-technischen Aspekte seien kompliziert, da sich das Schadenereignis im Ausland ereignet habe und auch die Eidgenossenschaft, der Kanton Jura sowie die Zürcher Bildungsdirektion involviert seien. Allerdings bestünden Haftpflicht-Versicherungen beim Veranstalter Altamira, bei der Hochschule und bei den einzelnen Studierenden. Die Rettungsaktion kostete nach ersten Schätzungen zwischen einer 500’000 und 1 Mio. Franken.
Altamira im Zwielicht?
Laut Stiftungsrats-Präsidentin Zapfl soll neben den Haftungsfragen auch die Seriosität der Basler Firma Altamira untersucht werden. Vor einem Jahr wurde die Firma erstmals mit einem Kurs in Erlebnispädagogik betraut. Silvia Wyss, Leiterin der Vollzeitausbildung an der Schule, erklärte, die Schule habe Altamira gewählt, weil auch andere Schulen mit ihr zusammenarbeiteten.
Im weiteren gab Zapfl bekannt, dass zurzeit keine Angebote in Erlebnispädagogik angeboten werden. Zapfl, die während der Bergung vor Ort war, sagte, schulintern müsse nach den Ereignissen auch die Frage nach Sinn und Grenzen des schulischen Angebots in Erlebnispädagogik gestellt werden.
Nachbetreuung im Vordergrund
Konrektor Brändle betonte, im Vordergrund stehe gegenwärtig die Betreuung der geretteten Studierenden und ihrer Angehörigen. Dafür zuständig seien Fachleute, die den Studierenden seit langem bekannt seien, nämlich so genannte Lerngruppen-Begleiterinnen und -begleiter. Die Geretteten könnten zudem auch auf das Care-Team von Swissair und Rettungsflugwacht zurück greifen; dieses war schon nach der Flugzeugkatastrophe von Halifax und nach dem Terroranschlag von Luxor im Einsatz.
swissinfo und Agenturen
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