Gute Zahlen trotz Imageproblem
Die Fluggesellschaft Swiss hat ein Imageproblem. Trotz der Pannenserie und dem Konflikt mit Piloten seien Sitzbelegung und Einkünfte aber über den Erwartungen, sagt Pieter Bouw.
Swiss-Verwaltungsratspräsident Pieter Bouw hat infolge der Pannenserie und des Arbeitskonflikts mit den ehemaligen Crossair-Piloten ein Imageproblem der Fluggesellschaft eingeräumt. Die Swiss sei aber auf Kurs, Sitzbelegung und Einnahmen lägen über den Erwartungen, sagte er in Interviews der Sonntagspresse.
«Ich bedaure das»
«Die öffentliche Wahrnehmung der Swiss ist tatsächlich nicht sehr gut. Und ich bedaure das», sagte Bouw in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Die Swiss werde aber wieder Vertrauen gewinnen.
Der Verwaltungsratspräsident glaubt nicht, dass die Fluggesellschaft in einer Krise steckt. «Die Dinge laufen viel besser als erwartet», sagte er.
Mit Blick auf das am kommenden 16. September publizierte Halbjahresergebnis sagte Bouw der «SonntagsZeitung», die Swiss liege punkto Sitzbelegung und Einkünften höher als im Businessplan erwartet. Auch die Zahl der durch Pannen annullierten Flüge habe in kurzer Zeit reduziert werden können.
Kosten höher als geplant
Gemäss Pieter Bouw sind die Kosten bei der Swiss höher, als sie sein sollten. Das Resultat im laufenden Jahr werde aber «einiges besser» ausfallen als vorgesehen, sagte er in Interviews mit den beiden Zeitungen.
Der im Businessplan für 2002 budgetierte Verlust von 1,1 Milliarden Franken sei «zu viel» Geld, erklärte Bouw. Für 2003 rechne Swiss mit einem ausgeglichenen Ergebnis, für 2004 mit einem kleinen Gewinn.
Lösungen möglich
Bouw äusserte auch Zuversicht für eine Lösung in den Arbeitskonflikten mit den Gewerkschaften der ehemaligen Crossair-Piloten und des Kabinenpersonals. Die von der Crossair kommenden Piloten hätten Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden könnten, sagte er. Das Problem könne aber gelöst werden.
Nächste Woche werde weiter verhandelt. Eine Aufteilung der Swiss in eine regionale und eine interkontinentale Gesellschaft ist laut Bouw nicht nötig, solange die Kosten im Regionalsegment tief gehalten werden können.
«Sollten wir aber gezwungen werden, den Piloten noch mehr zu zahlen, müssen wir dieses Konzept wieder aufnehmen», sagte Bouw. Er bezeichnete dies als sehr unwahrscheinliches Szenario.
Die GAV-Verhandlungen mit der Gewerkschaft des Kabinenpersonals, Kapers, dürften laut Bouw bald mit einer Einigung abgeschlossen werden. Die Swiss biete Zugeständnisse bei den Spesen, den Kommissionen und den Überstunden.
Swissinfo und Agenturen
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