Kuoni hat weitere Ausbaupläne
Nach einem Rekordjahr 1999 will Kuoni die Mittel für den weiteren Ausbau der Gruppe schaffen. Der Reisekonzern will das Kapital erhöhen. Ins neue Geschäftsjahr ist Kuoni erfolgreich gestartet.
Der Reisekonzern Kuoni will weiter wachsen und braucht für den Expansionskurs neues Geld. Den Aktionären werden eine Kapitalerhöhung und ein Aktiensplitt vorgeschlagen, wie es am Dienstag 28.03.) in Zürich hiess. Die Dividende bleibt trotz Gewinnrückgang unverändert. Der Start ins Jahr 2000 ist geglückt.
In den vergangenen zwölf Monaten habe Kuoni rund 560 Millionen Franken investiert, womit das nicht betriebsnotwendige Kapital erschöpft sei, sagte Kuoni-Präsident Daniel Affolter an der Bilanzmedienkonferenz. Die Nummer eins der Schweizer Reisebranche will aber weiter wachsen und braucht dazu neues Geld.
Deshalb soll der heutige Aktienwert de facto im Verhältnis eins zu zehn gesplittet werden. Jeder Aktionär erhält das Recht, pro Aktie neun neue Aktien zum Nennwert (Namenaktien A zu zehn Franken, Namenaktien B zu 50 Franken) zu erwerben. Die Transaktion führt zu einer Erhöhung des Aktienkapitals von bisher 16 auf neu 160 Millionen Franken. Gleichzeitig soll bedingtes Kapital in der Höhe von 15 Prozent des neuen Aktienkapitals geschaffen werden. Diese Aktien sind für die Ausgabe einer Wandel- oder Optionsanleihe sowie für ein Aktienbeteiligungsprogramm für Mitarbeitende reserviert.
Insgesamt erhält der Konzern laut Finanzchef Max E. Katz mit diesen Massnahmen ein Potenzial von rund 500 Millionen Franken für weitere Übernahmen. Eine Fusion mit einem anderen Konzern steht nach dem im vergangenen August definitiv gescheiterten Zusammenschluss mit der britischen First Choice laut Affolter nicht mehr zur Diskussion.
Rekordjahr mit Bremsspuren
1999 wirtschaftete Kuoni erfolgreich. Der Umsatz nahm verglichen mit dem Vorjahr, wie berichtet, um 21,2 Prozent auf 3,509 Milliarden Franken zu. Das interne Wachstum belief sich laut Katz auf 8,3 Prozent. Nur noch 26 Prozent (Vorjahr 29 Prozent) des Umsatzes erwirtschaftete Kuoni in der Geschäftseinheit Schweiz, während sich der Anteil von Grossbritannien um zwei Prozentpunkte auf 23 Prozent erhöhte.
Das Betriebsergebnis stieg um 29,1 Prozent auf den neuen Rekordwert von 152,8 Millionen Franken. Der Gewinn vor Steuern und Goodwill übertraf mit 200,2 Millionen Franken erstmals in der Geschichte die Marke von 200 Millionen. Mit einem Gewinn von 5,7 Prozent des Umsatzes nehme Kuoni den europäischen Spitzenplatz ein.
Eine Bremsspur hinterliess aber die gescheiterte Fusion mit First Choice, die einen ausserordentlichen Aufwand von 26,8 Millionen Franken verursachte und den Konzerngewinn auf 90,5 (103,2) Millionen Franken drückte. «Die oft gehörte Formulierung ‚teures Scheitern‘ müssen wir akzeptieren», sagte Konzernchef Hans Lerch. Trotz des Gewinnrückgangs will Kuoni eine unveränderte Dividende von 110 Franken pro Namenaktie B ausbezahlen.
Kuoni ist laut Lerch gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Das Buchungsbarometer zeige sowohl im Heimmarkt Schweiz wie auch in Grossbritannien, Frankreich und Italien nach oben. Es sei zwar in der Reisebranche schwierig Prognosen für das ganze Jahr abzugeben, der Konzern blicke aber optimistisch in die Zukunft.
swissinfo und Agenturen
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