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Letzte Meile überspringen

Nicht nur von unterwegs, auch von zuhause aus soll laut Sunrise das Telefonieren per Handy attraktiver werden. Keystone

Im Kampf um Marktanteile im Schweizer Telekommunikationsmarkt bietet Sunrise mit einer aggressiveren Strategie der Swisscom die Stirn. Swisscom nimmt es gelassen.

Via Mobiltelefon zuhause oder aus dem Büro zu Festnetzpreisen telefonieren: Dies will der dänisch-schweizerische Telekomkonzern Sunrise seinen Kunden neu anbieten.

Dieser Schritt ist gemäss Sunrise keine Reaktion auf den jüngsten Entscheid der Eidgenössischen Kommunikations-Kommission (Comcom), welche der ehemaligen Monopolistin Swisscom weiterhin den alleinigen Zugang in die Haushaltungen gewährt («letzte Meile»). Das Produkt sei schon länger geplant gewesen, sagte Sunrise-Chef Kim Frimer am Dienstag in Zürich.

Dennoch: Mit dem Mobilfunk zu Festnetzpreisen wird der Swisscom- Festnetz-Anschluss für die Sprachkommunikation theoretisch unnötig.

Swisscom: Beweis für Wettbewerb

Swisscom regiert gelassen auf diese Offensive. Das Angebot intensiviere den Wettbewerb auf der letzten Meile, sagte Swisscom- Sprecher Sepp Huber. Es zeige, dass die Swisscom kein Monopol halte, sondern dass es mehrere Angebote gebe. «Deshalb ist die Swisscom gegen eine Entbündelung der letzten Meile», sagte Huber.

Orange auf Platz drei verwiesen

Im Festnetz hat Sunrise den Marktanteil gemäss eigenen Angaben von 26 auf 29% gesteigert und zählt über 1 Million Kundinnen und Kunden.

Im Mobilbereich hat Sunrise die Konkurrentin Orange vom zweiten Platz verdrängt. Sunrise hat die Anzahl Mobilkunden seit Ende 2000 um 70% auf 1 Million Kunden gesteigert. Die Anzahl Mobilkunden bei Orange beträgt derzeit 925’000, wie es bei Orange hiess.

Der Mobilfunkmarkt wachse weiterhin, wenn auch das Tempo nachgelassen habe, sagte Sunrise-Mobile-Chef Gert Rieder. Weiteres Wachstum soll zu einem grossen Teil durch «wechselwillige Kunden» anderer Gesellschaften erfolgen. Gemeint ist vor allem die Swisscom, die mit 3,5 Mio. Abonnenten mit Abstand die Nummer eins im Schweizerischen Mobilmarkt ist.

Im Internetbereich habe der Konzern mit 525’000 Kunden zum dritten Quartal 2001 einen Marktanteil von 35% erreicht. Zudem seien 1254 Grosskunden direkt mit dem Sunrise-Netzwerk verbunden.

Börsengang vor Verschiebung

Ende Jahr habe der Konzern den EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) in den positiven Bereich gelenkt, sagte Sunrise-Chef Kim Frimer weiter. Konkrete Zahlen wollte Frimer jedoch nicht nennen. Gemäss früheren Angaben soll die Gewinnschwelle zwischen 2004 und 2005 erreicht sein.

Der auf 2002 geplante Börsengang steht vor einer Verschiebung. Es komme auf die Märkte an, sagte Frimer. Hauptaktionärin Tele Danmark will ihren Anteil von 78,6% auf 51% reduzieren, um in andere Geschäftsfelder investieren zu können.

Sunrise ist der Markenname der TDC Switzerland, die aus der Fusion von Sunrise und Diax Anfang des vergangenen Jahres hervorgegangen ist. An dieser Firma halten die Tele Danmark 78,6%, die Diax Holding 16,6%, die SBB 2,6% und die UBS 2,1%.

swissinfo und Agenturen

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