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Millennium-Datumswechsel hinterliess Spuren auf Finanzmärkten

Das Jahr-2000-Problem hat auf den internationalen Finanzmärkten zwar keine grösseren Zwischenfälle verursacht, aber dennoch seine Spuren hinterlassen. Vor allem das Wertpapier- und das Derivatgeschäft verlangsamten sich im vierten Quartal 1999 deutlich.

Das Jahr-2000-Problem hat auf den internationalen Finanzmärkten zwar keine nennenswerten Zwischenfälle verursacht, aber dennoch seine Spuren hinterlassen. Vor allem das Wertpapier- und das Derivatgeschäft verlangsamten sich im vierten Quartal 1999 deutlich, wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel mitteilte.

Der Bruttoabsatz von Wertpapieren sank gegenüber dem dritten Quartal um 25 Prozent auf 310 Milliarden Dollar, obwohl günstige Zinskonditionen herrschten und ein wachsender Bedarf an Anschlussfinanzierungen für fällig werdende Schulden beobachtet wurde.

Die BIZ führt den Rückgang vor allem auf die Sorgen über Störungen wegen des Datumswechsels zurück, die zur Vorverlegung oder zur Verschiebung von Emissionen führte. Der Nettoabsatz an Wertpapieren bildete sich sogar um 37 Prozent zurück, war mit 193 Milliarden Dollar aber immer noch doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal, als die Marktbedingungen schlecht gewesen waren und die bevorstehende Einführung des Euro auf das Geschäft gedrückt hatte.

Der Umsatz mit börsengehandelten Finanzderivaten fiel im Berichtsquartal um 17 Prozent auf 76 Billionen Dollar und erreichte den tiefsten Stand seit drei Jahren. Die Marktteilnehmer waren laut BIZ bestrebt, ihre Positionen vor dem Jahr 2000 auf ein Minimum zu reduzieren. Einzig bei den aktienbezogenen Instrumenten wurde ein Boom beobachtet.

Auch am Markt für internationale Konsortialkredite bildete sich das Geschäft gemäss vorläufigen Informationen im letzten Quartal 1999 zurück, obwohl sich die Fusions- und Übernahmetransaktionen erholten. Im dritten Quartal 1999 war die Nettokreditvergabe gemäss den nun vorliegenden definitiven Daten mit 188 Milliarden Dollar auf den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 1998 gestiegen.

Die sprunghafte Zunahme war vor allem auf das Interbankgeschäft unter den Industrieländern zurückzuführen. Die Vergabe von Neugeld an Schwellenländer sank demgegenüber um 31 Milliarden Dollar. Das war der stärkste Rückgang seit dem dritten Quartal 1998, als die Kredite wegen des russischen Schuldemoratoriums massiv gedrosselt worden waren. Diesmal dürfte die Verlangsamung der Kreditvergabe gemäss der Bank der Zentralbanken darauf zurückzuführen gewesen sein, dass die Schuldner der aufstrebenden Volkswirtschaften zunehmend Mittel an den Wertpapiermärkten statt auf den Kreditmärkten aufnahmen.

Die BIZ veröffentlichte ausserdem erste Erkenntnisse über die Auswirkungen der Euro-Einführung auf das Geschäft an den Devisenmärkten. Demnach wurden im ersten Euro-Jahr keine nennenswerten Veränderungen beobachtet. Die Bedeutung des Euro im Devisenhandel sei ungefähr mit jener der D-Mark vor 1999 vergleichbar gewesen. So habe der Anteil der Euro/Dollar-Geschäfte im Oktober 1999 gemäss einer informellen Umfrage bei den Marktteilnehmern etwa dem Anteil der Dollar/D-Mark-Geschäfte vom April 1998 entsprochen.

In den aufstrebenden Volkswirtschaften spiele der Euro bisher offenbar eine ähnliche Rolle wie die D-Mark und bleibe im wesentlichen auf die osteuropäischen Länder beschränkt.

SRI und Agenturen

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