Task Force verlangt Redimensionierung
Kantone und Banken sollen die in Geldnöte geratenen flugverwandten Betriebe der Swissair retten. Bundesgelder werden aber ausgeschlossen.
Die Task Force «Luftbrücke» schlägt Überbrückungs-Kredite vor, um die Unternehmen bis zum Verkauf durchzubringen, gab Task-Force-Leiter Peter Siegenthaler am Dienstag in Bern bekannt.
Sowohl SR Technics (Wartung) als auch Atraxis (Buchung) und Swissport (Bodenabfertigung) müssen laut Siegenthaler vor einem Verkauf redimensioniert werden. SR Technics entliess bisher 250 Mitarbeiter. 550 weitere Entlassungen werden im Falle eines Verkaufs folgen.
Neben dem integralen Verkauf steht bei SR Technics und bei Atraxis auch eine auf die zentralen Aufgaben beschränkte Auffanggesellschaft zur Diskussion. In beiden Fällen brauchen die Unternehmen Überbrückungs-Kredite, um den Betrieb in den kommenden Monaten aufrecht zu erhalten.
Bis Mitte November benötigt SR Technics rund 40 Mio. Franken, bis Mitte Dezember weitere 40 Mio. und bis Mitte Januar noch einmal 20 Mio. Franken. Atraxis braucht bis Ende Monate 35 bis 50 Mio. Franken.
Mehrere Optionen
Für die Beschaffung dieser Gelder stehen nach Angaben Siegenthalers zwei Quellen im Vordergrund. Eine Möglichkeit wäre die Abdeckung des Finanzbedarfs über die Bürgschaft von 100 Mio. Franken, die von der Zürcher Kantonsregierung beschlossen worden war. Diese muss aber erst noch vom Parlament und allenfalls vom Volk genehmigt werden.
«Als Überbrückung der Überbrückung könnte hier allenfalls der Flughafen Unique einspringen», sagte Siegenthaler. Eine andere Möglichkeit wäre, den von Grossbanken gesprochenen Überbrückungs-Kredit dazu zu verwenden.
Bei Swissport sind die Verkaufs-Verhandlungen so weit fortgeschritten, dass in den nächsten Wochen ein Entscheid fallen könnte. In diesem Fall würden keine weiteren Gelder benötigt, sagte Siegenthaler.
Kein weiterer Bundeskredit
Der Task-Force-Leiter betonte, dass ein Bundeskredit für die flugverwandten Betriebe nicht in Frage komme. Das heisse aber nicht, dass die Frage vom Bund vernachlässigt werde. Vielmehr sei mit dem Kredit für den Winterflugplan der Swissair und für die Schaffung einer neuen Airline überhaupt die Voraussetzung für ein Überleben der flugnahen Betriebe geschaffen worden.
Bund erwartet Geldspritze
Andererseits werde der Überbrückungs-Kredit für den Winterflugplan der Swissair in der Höhe von einer Milliarde Franken nicht ausbezahlt, wenn die vitalen flugnahen Betriebe nicht gesichert sind. Der Bund erwartet nach eigenen Angaben bis Mittwochabend «positive Trendmeldungen» von den Kantonen und Banken.
Angestellte drohen mit Streik
Ehemalige Genfer SAir-Group-Angestellte haben am Montagabend eine Verschärfung der Kampf-Massnahmen beschlossen. Sie protestieren gegen die Bedingungen für das Personal, das entlassen oder von der neuen Airline übernommen werden soll und drohen mit Streik.
Sie fordern ihre Kolleginnen und Kollegen der Flughäfen Zürich und Basel ebenfalls zu einem Streik am 6. November auf, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
swissinfo und Agenturen
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