Weniger illegale Grenzübertritte
Das Grenzwacht-Korps (GWK) hat im 2001 mehr Personen mit gefälschten Ausweisen festgehalten und mehr Verstösse gegen das Betäubungsmittel-Gesetz registriert.
Wachsendes Gewaltpotential
Abgenommen im Vergleich mit dem Jahr 2000 hat hingegen die Zahl der illegalen Grenzübertritte von Asyl Suchenden. Die Zahl der aufgegriffenen Personen pendelte sich auf dem Niveau vor dem Balkan-Krieg ein. Dies geht aus der Jahresbilanz des Grenzwacht-Korps hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Aufgrund der Verschärfung des Umfeldes seien die Grenzkontrollen bei gleichbleibendem Personalbestand insgesamt zeit- und personalintensiver geworden, hielt GWK-Chef Hanspeter Wüthrich fest. Die Grenzwächter seien zudem mit einem hohen Gewaltpotenzial konfrontiert, insbesondere im Raum Genf und in der Region Basel.
So wurden unter anderem 107 Kontrollen durchbrochen und es kam 43 Mal zu tätlichen Angriffen. In einem Fall wurde von der Schusswaffe Gebrauch gemacht, als ein Beamter im Raum Genf aus Notwehr auf ein Fahrzeug schoss. Verletzt wurde niemand.
Mehr als 100’000
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr an den Grenzübergängen 105’734 Personen zurückgewiesen, 3784 weniger als im Vorjahr. Die häufigsten Rückweisungs-Gründe waren fehlende oder ungültige Papiere und Visa.
Rund 45’000 Personen wurden an der Grenze zu Deutschland zurückgewiesen, fast 34’000 an der Grenze zu Frankreich, 21’000 an der Grenze zu Italien und 6500 an der Grenze zu Österreich.
Aufgrund von Fahndungs-Unterlagen konnten die Korpsangehörigen der Polizei 5293 Personen übergeben (Vorjahr rund 500 weniger). Zudem wurden 7501 Personen der Polizei wegen Verdachts auf kriminelle Tätigkeit überstellt.
Mehr Drogen, weniger Asyl Suchende
Massiv angestiegen sei die Zahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-Gesetz. Im Vergleich zum Vorjahr wurden mit 4302 Aufgriffen 645 mehr Personen als im letzten Jahr festgehalten. Dies wurde vom GWK in Verbindung gebracht mit einer Zunahme des «Hanf-Tourismus».
Die Menge der beschlagnahmten Drogen war gegenüber dem Vorjahr trotzdem rückläufig. Insgesamt wurden 73 Kilogramm (128) Kokain, 50 Kilogramm (99) Heroin, 264 Kilogramm (1.066) Cannabisprodukte sowie über 25.000 (109.000) Ecstasy-, LSD- oder andere Drogenpillen beschlagnahmt.
Seit dem Ende des Balkan-Krieges sinkt die Zahl der Asyl und Arbeit Suchenden, die auf illegalem Weg in die Schweiz gelangen wollen, stetig. Mit 4967 Personen waren es im vergangenen Jahr erneut rund 700 weniger als im Jahr zuvor. Gemäss GWK hat sich die Zahl nun auf dem Vorkriegsniveau eingependelt.
Die Angehaltenen stammten aber weiterhin vor allem aus dem Balkan (981) sowie aus Afrika (989) und Asien (675) und aus der Türkei (339). Die Zahl der aufgegriffenen Schlepper war mit 356 (590) ebenfalls rückläufig.
Immer bessere Fälschungen
Die Grenzwächterinnen und Grenzwächter deckten zudem mit 1864 deutlich mehr Fälschungen von Pässen, Identitätskarten, Führerscheinen, Visa und Aufenthalts-Bewilligungen als im Vorjahr auf. Dies obwohl die gefälschten Ausweise von immer besserer Qualität seien.
Nach GWK-Angaben gehen Delinquenten in diesem Bereich immer professioneller vor; das Umfeld sei vernetzter und komplexer geworden.
swissinfo und Agenturen
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