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Wieder fettere Jahre

Bei Bell wird insgesamt mehr Fleisch verkauft, aber weniger Würste. Keystone

Das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner Geschichte hat der Fleisch-Verarbeiter Bell am Freitag in Basel vorgestellt: Umsatz und Gewinn stiegen 2001 klar.

Nach zwei mageren Jahren war 2001 wieder mehr Fleisch am Knochen beim grössten Schweizer Metzgerei-Konzern: Der Umsatz legte um 8,7 Prozent auf 1,47 Mrd. Franken zu, der Jahresgewinn gar um 24,2 Prozent auf 37,7 Mio. Franken. Hauptgrund war die Integration des Coop-Fleisch-Geschäftes. Coop ist Mehrheitsaktionär bei Bell.

Das Wachstum gelang in einem schrumpfenden Fleischmarkt, wie Bell-Chef Adolphe Fritschi sagte. So wurden in Schweizer Haushalten weniger Rindfleisch und Würste gegessen. Hingegen mehr gefragt waren Geflügel – vor allem bei der Gastronomie -, Schwein und Fisch. Rund die Hälfte aller Fleisch-Produkte werde nicht zu Hause gegessen.

Label gegen Krisen

Dass Bell besser rentierte, lag auch am «ungebrochenen Trend» zu abgepacktem Frischfleisch: Dieses ermögliche rationellere Arbeit und höhere Verkaufspreise. Dabei ermögliche eine dezentrale Organisation flexible und schnelle Auslieferung.

Kaum gespürt hat Bell die Maul- und Klauenseuche und BSE. Dies erklärte Fritschi damit, dass Bell stark auf Labels für artgerechte Tierhaltung setze. Unter solchen (etwa «Coop Naturaplan») lief denn auch 2001 erstmals über die Hälfte des Absatzes. Bio kam dabei auf gegen 3 Umsatz-Prozente, sei aber als Imageträger wichtig.

Der Schweizer Fleischmarkt habe indes unter einer Überproduktion von einheimischem Fleisch gelitten. Mit Absatz und Preis unzufrieden seien jedoch kaum Label-Bauern, sondern konventionelle Betriebe. Jene Bauern, die Verteilzentren blockierten, haben Bell verklagt.

Fritschi kritisierte die Informations-Politik des Bundesamtes für Landwirtschaft zum Fleischpreis-Streit als undifferenziert. Auch sei der Schweizer Fleischmarkt gegen Importe weiter abgeschottet, was nicht WTO-konform sei und Zielen der Agrarreform widerspreche. Der Import-Anteil liege für Rind bei 6,8 Prozent und für Kalb bei 1,5 Prozent.

2002: Optimismus – Geflügelkrisen-Verlust

Für das laufende Jahr erwartet Bell-Finanzchef Martin Gysin Bruttogewinn und EBIT im Rahmen der langjährigen Mittel. Die ersten zwei Monate liefen laut Fritschi gemäss Budget. Der Trend hin zu Geflügel, Fisch und Schwein werde wohl weiter gehen.

Bis im Herbst 2002 solle auch der Cool Food/Convenience-Bereich, der 2001 mit 38 Mio. Franken Umsatz einen Verlust von 6 Mio. Franken einfuhr, endlich schwarze Zahlen schreiben. Rote Zahlen dafür beim Geflügel: Wegen Lager- und Entsorgungs-Kosten aus dem Antibiotika-Skandal erwartet Gysin 1 bis 2 Mio. Franken Verlust.

swissinfo und Agenturen

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