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Zwei Schweizer Privat-TV-Programme geraten stark unter Druck

Zwei Schweizer Privat-TV-Programme kämpfen ums Überleben: TV3 kippt die Haupt-Nachrichtensendung aus dem Programm, RTL/Pro 7 Schweiz versucht mit neuen Angeboten den Marktanteil zu erhöhen. Beide Programme kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten.

Die beiden Privat-TV-Sender TV3 und RTL/Pro 7 Schweiz kämpfen ein halbes Jahr nach dem Start mit tiefgreifenden Umstellungen ums Überleben. Mit dem Ersatz seiner 19.00-Uhr-Nachrichtensendung durch Kurznews will TV3, mit einer Talk-Sendung RTL/Pro 7 Abhilfe schaffen.

Mit der Einstellung der Informationssendung von TV3 wird die gesamte Nachrichtenredaktion überflüssig: Dies betrifft 44 Stellen oder 49 Personen. Als Argument für die Einstellung werden spärliche Zuschauerquoten angegeben.

In der Redaktion brodelt die Wut: Erst um 13.00 am Donnerstag – wenige Stunden vor der letzten Sendung – seien die Mitarbeitenden informiert worden, sagte eine Journalistin auf Anfrage.

Für die geplanten Kurznews werden nach Angaben aus der Redaktion zehn Stellen geschaffen. Die 49 Mitarbeitenden seien nun aber freigestellt worden – wer nicht an einem speziellen Projekt arbeite, per sofort, sagt ein Mitarbeiter.

Das von Jürg Wildberger geleitete TV3 ging Anfang September 1999 auf Sendung. Zur Hälfte gehört der Privatsender mit Sitz in Schlieren ZH und einem Jahresbudget von über 70 Millionen Franken der TA Media AG, zur Hälfte der United Pan-Europe Communications (UPC), einem führenden europäischen Kabelunternehmen.

Erst letzte Woche wurde bekannt, dass die UPC den bisherigen 50- Prozent-TV3-Partner der TA Media, die amerikanisch-luxemburgisch kontrollierten SBS Broadcasting aufgekauft hat. Damals begrüsste die TA-Media den neuen finanzstarken Partner. Er bringe TV3 wichtige strategische Impulse.

Nicht auf Abbau sondern auf Veränderung setzt RTL/Pro 7 Schweiz: Mit einer 25-minütigen «talk-ähnlichen» Sendung ab 18.00 Uhr will der Sender die Quoten erhöhen. Ziel sei es, bereits nach 18.00 Uhr einen Marktanteil von mindestens 10 Prozent zu erreichen, erklärte Mario Aldrovandi, Chef des Schweizer Programmfensters der beiden grossen deutschen Privatsender. Der Start ist auf Anfang April vorgesehen.

Hohe Verluste

Beide Privatsender haben Schwierigkeiten, genügend Zuschauende vor den Bildschirm zu locken. Zudem liegen die Werbeeinnahmen beträchtlich unter den Erwartungen. RTL/Pro 7 Schweiz – auf Sendung seit dem 16. August 1999 – spielte laut Aldrovandi in den ersten viereinhalb Monaten einen Verlust von acht Millionen Franken ein. Eingeplant waren sechs Millionen.

swissinfo und Agenturen

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