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Kühe suchen Schatten unter einem Baum auf einer ausgedörrten Wiese

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Sollten Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die im Ausland leben, eine 13. Monatsrente erhalten? Ein Nationalrat sagt: Nein. In unserem meistgelesenen Artikel der Woche beleuchten wir die Argumente dafür und dagegen bei diesem emotionalen Thema.

Ebenfalls diese Woche: Reichen die Regierungsmassnahmen zur Bewältigung von Hitzewellen und Dürren aus, oder kommen sie zu spät?

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Ein älterer Mann im Anzug mit Brille sitzt vor einem Bild, einem Mashup zwischen der grossen Welle von Kanagawa von Katsushika Hokusai und dem Matterhorn
Umweltminister Albert Rösti bei der Ankündigung der Regierungspläne am Mittwoch. Keystone / Anthony Anex

Die Schweizer Regierung verstärkt ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Hitze und Dürre, doch linke Parteien bezeichnen dies als «völlig unzureichend».

Um Wäldern bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen und landwirtschaftliche Betriebe zu unterstützen, wurden mehr als 70 Millionen Franken bereitgestellt, wie Umweltminister Albert Rösti am Mittwoch mitteilte. Die Regierung schlägt vor, die gestrichenen Forstsubventionen von 17,5 Millionen Franken im nächsten Jahr wieder einzuführen. Zusätzlich sollen die zinslosen Darlehen an von der Dürre betroffene Landwirtschaftsbetriebe in diesem Jahr einmalig um 54 Millionen Franken erhöht werden.

«Die Regierung hat die Situation von Anfang an sehr ernst genommen», entgegnete Rösti Kritikerinnen und Kritikern, die ihm und der Regierung im Lauf des Sommers und mehrerer Hitzewellen Untätigkeit vorgeworfen hatten. Das Innendepartement prüfe nun, wie die öffentliche Gesundheit trotz steigender Temperaturen geschützt werden kann.

Rösti machte jedoch auch deutlich, dass es nicht Aufgabe der Regierung sei, Klimaanlagen in Spitälern und Schulen zu installieren oder versiegelte Dorfplätze in Grünflächen umzuwandeln. «Das ist Sache der Gemeinden und lokalen Behörden», sagte er.

Der Tages-Anzeiger schrieb, dass die Massnahmen der Regierung beim bürgerlichen Lager voraussichtlich gut ankommen dürften, das links-grüne Lager jedoch enttäuscht bleiben werde. Tatsächlich wirft die Sozialdemokratische Partei (SP) der Regierung vor, «Klientelismus zugunsten des Agrarsektors zu betreiben», und erklärte, die am Mittwoch vorgestellten Massnahmen seien «völlig unzureichend». Die Grünen bedauerten das Fehlen von Massnahmen für Kranke, ältere Menschen und Kinder, deren Gesundheit ihrer Ansicht nach durch die Hitze leidet. Aus Sicht der Grünen wären zudem deutlich mehr Massnahmen zur Bekämpfung der Ursachen der globalen Erwärmung nötig.

Eine ältere Frau im Sommerkleid mit Einkaufstasche steht an einem Postomaten
Schweizer Rentnerinnen und Rentner erhalten ab Dezember eine zusätzliche Monatsrente. Keystone / Petra Orosz

Schweizer Rentnerinnen und Rentner, auch jene im Ausland, erhalten im Dezember erstmals eine 13. Rentenzahlung. Didier Calame von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) ist jedoch gegen Letzteres und hat eine parlamentarische Motion eingereicht, die vorsieht, dass nur in der Schweiz wohnhafte Personen den Rentenzuschlag erhalten sollen.

«Rentenbezüger im Ausland haben ein Recht auf die AHV, aber nicht auf eine 13. Auszahlung», sagte Calame gegenüber Swissinfo. «Oft wandern sie aus wirtschaftlichen Gründen bewusst in Länder aus, wo das Leben billiger ist. Sie sparen also Kosten.»

Der zuerst vom Nachrichtenportal Cash gemeldete Vorschlag hat in der Auslandschweizer-Gemeinschaft für Empörung gesorgt. Josef Schnyder, der die Schweizerinnen und Schweizer in Thailand vertritt, sagte: «Die SVP macht unmissverständlich klar, wie sie zu den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern steht: AHV-Beiträge einzahlen – ja. Gleiche Rechte im Alter – nein

Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) erklärte ihrerseits schlicht, sie «lehnt Kürzungen von Leistungen für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ab».

Ein Kind schaut auf dem Sofa auf das Display eines Smartphones
Die Nutzung sozialer Medien hat sich seit 2020 halbiert, besonders bei Acht- bis Zwölfjährigen. Keystone

Während die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Schweiz boomt, wenden sich Schulkinder gemäss zwei dieser Woche veröffentlichten Studien zunehmend von Tiktok und Instagram ab.

Vier von fünf Schweizerinnen und Schweizern nutzen KI sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben, das ist doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren. Die Nutzung ist laut dem Digimonitor-Bericht von Dienstag besonders unter 15- bis 34-Jährigen weit verbreitet. KI wird nicht mehr ausschliesslich für Texte und Übersetzungen genutzt. Auch Recherche, Kaufberatung und E-Learning gehören zu den Anwendungsbereichen.

Ebenfalls am Dienstag berichtete der Tages-Anzeiger, dass die Digitalisierung an Schweizer Schulen stagniert. Dazu habe sich die Nutzung sozialer Medien seit 2020 halbiert, besonders bei Acht- bis Zwölfjährigen.

Einer der Studienleiter beim Schweizerischen Koordinationszentrum für Bildungsforschung ist der Ansicht, dass dies einen breiteren Trend widerspiegelt: Schweizer Eltern seien sich der Problematik stärker bewusst geworden und beginnen, den Zugang ihrer Kinder zu sozialen Medien einzuschränken.

Die Umfrage ergab zudem, dass Mädchen und junge Frauen das Lernen mit digitalen Hilfsmitteln deutlich kritischer betrachten als Buben und junge Männer. Dies könne sich auf ihre Berufswahl auswirken.

Ein Werbeplakat mit QR-Code in einem Tram: "Are you a US citizen?"
Die Democrats-Abroad-Kampagne auf einem Schweizer Tram. SRF

«Sind Sie US-Bürger?» fragen Flugblätter in Basler und Genfer Trams sowie Plakate in Zürcher Trams. Damit werden amerikanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die in der Schweiz leben, dazu ermutigt, sich für die Zwischenwahlen im November in ihrem Heimatstaat ins Wählerregister einzutragen.

Die QR-Codes auf den Flugblättern und Plakaten führen jedoch zu überparteilichen Wahlinformationswebseiten. Hinter der Kampagne steckt jedoch nicht die US-Regierung, sondern die Gruppe «Democrats Abroad», der Schweizer Ableger der Demokratischen Partei.

Laut Bundesangaben lebten zum Zeitpunkt der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 fast 32’000 wahlberechtigte US-Bürgerinnen und US-Bürger in der Schweiz. Etwa die Hälfte von ihnen besitzt eine doppelte Staatsbürgerschaft. Democrats Abroad hat in der Schweiz mehrere Tausend Mitglieder, wie Liz Voss, Präsidentin der Basler Sektion von Democrats Abroad, am Mittwoch gegenüber SRF sagte.

SRF erklärte, die Kampagne im öffentlichen Raum habe auch deshalb besonderes Gewicht, weil neue Datenschutzbestimmungen bezahlte politische Werbung auf Social-Media-Plattformen unmöglich machen. Eine Anfrage von SRF an das republikanische Pendant von Democrats Abroad, «Republicans Overseas», bezüglich deren Aktivitäten in der Schweiz, blieb unbeantwortet.

Menschen wandern auf einem Steg entlang einer Felswand auf ein Häuschen zu
Wer gewinnt in diesem Jahr den Prix Montagne? Keystone / Melanie Duchene

Die kommende Woche

Am Montag veröffentlicht das Bundesamt für Statistik die neuste Analyse des geschlechtsspezifischen Lohngefälles.

Am Donnerstag werden in Bern die Gewinnerinnen und Gewinner des Prix Montagne ausgezeichnet. Der jährliche Preis verleiht erfolgreichen wertschöpfenden Projekten in Schweizer Bergregionen 40’000 Franken sowie einen Publikumspreis von 20’000 Franken.

Ebenfalls am Donnerstag findet in Bern ein nationales Symposium der Gerontologie Schweiz zum Thema «Cool bleiben im Klimawandel – Altersfragen in heissen Zeiten» statt.

Und wie steht es um den Kartoffelanbau in Zeiten des Klimawandels? Am Donnerstag gibt der Branchenverband Swisspatat die diesjährige Kartoffelernte bekannt.

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