Diese Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Herzliche Glückwünsche zum Schweizer Nationalfeiertag! In diesem Jahr feiert die Schweiz ihren 735. Geburtstag.
Stossen Sie auf die Heimat an oder legen Sie eine Cervelat auf den Grill?
Wer den 1. August in der Schweiz verbringt, wird vielerorts allerdings auf Feuerwerk verzichten müssen: Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der erhöhten Brandgefahr gelten in weiten Teilen des Landes Feuerwerksverbote.
Eine der schwersten Dürren der vergangenen Jahre hielt diese Woche in weiten Teilen Europas und auch in der Schweiz an.
Angesichts der zunehmenden Trockenheit müsse die Schweiz «neu lernen, wie sie mit ihren Wasserressourcen umgeht», berichtete der Schweizer öffentlich-rechtliche Sender RTS.
«Die Schweiz als Ganzes wird keinen Wassermangel haben», erklärte die Hydrologin Bettina Schaefli am Donnerstag gegenüber RTS. «Das Problem betrifft bestimmte Gemeinden, denen das Wasser ausgeht. Die entscheidende Frage ist, ob zur richtigen Zeit am richtigen Ort genügend Wasser vorhanden ist. Und in diesem Sommer ist das nicht der Fall.»
RTS warnte vor möglichen Nutzungskonflikten, insbesondere zwischen Privatpersonen, die ihre Swimmingpools füllen oder Gärten bewässern wollen, und der Landwirtschaft. «Die Dürre fordert ihren Tribut von den Schweizer Landwirten», schrieb die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) am Donnerstag. «Die Ernten verdorren, und mancherorts müssen Kühe wegen Futtermangels geschlachtet werden.»
Seit vergangenem Samstag unterstützen 34 Feuerwehrleute aus der Romandie ihre französischen Kollegen bei der Bekämpfung der Waldbrände in der Gironde im Südwesten Frankreichs. Die Brände haben dort bereits 42’000 Hektaren Land verwüstet. Die Einsätze seien zwar äusserst belastend, berichtete RTS, zugleich böten sie aber wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Grossbränden einer Art, die künftig auch die Schweiz treffen könnten.
«Wir müssen uns vorbereiten, denn leider ist es nur eine Frage der Zeit, bis es in der Schweizer Vegetation und in den Wäldern zu einem aussergewöhnlichen Grossbrand kommt», sagte Nicolas Schumacher, Kommandant der Genfer Feuerwehr und Leiter des französisch-schweizerischen Kontingents in Frankreich.
Am vergangenen Freitag verhängten die Vereinigten Staaten einen Zollsatz von 12,5 Prozent auf Schweizer Waren. Die Reaktionen in der Schweiz reichten von Resignation bis zu Empörung.
«Erst 39 Prozent, dann 15 Prozent, jetzt 12,5 Prozent: Die US-Zölle auf Schweizer Produkte haben sich in den vergangenen Monaten mehrfach verändert», stellte der Schweizer öffentlich-rechtliche Sender SRF am Montag fest. «Soll die Schweiz die neuen Zölle akzeptieren oder die Verhandlungen fortsetzen?»
Die Politiker waren geteilter Meinung. Roland Rino Büchel von der Schweizerischen Volkspartei zeigte sich mit der aktuellen Situation grundsätzlich zufrieden, plädierte jedoch für ein verbindliches Abkommen. «Der Satz von 12,5 Prozent ist akzeptabel», sagte er gegenüber SRF. «Er ist nicht brillant, das ist klar. Aber wir müssen weiter auf eine wirklich verbindliche Lösung hinarbeiten.»
Elisabeth Schneider-Schneiter von der Mitte sprach sich für weitere Verhandlungen aus und verwies auf den von der Europäischen Union ausgehandelten Zollsatz von 10 Prozent. «Die EU ist unser wichtigster Handelspartner. Ich glaube, wir sollten weiterhin versuchen, auf dieses Niveau zu kommen. Das würde uns mit der EU gleichstellen. Das ist wichtig für unsere Unternehmen.»
Deutlich grundsätzlichere Kritik übte der Grünen-Nationalrat Gerhard Andrey. Er stellte nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Vorgehen des Bundesrates infrage. «Die Regierung muss einsehen, dass wir uns nicht auf Vereinbarungen mit den USA verlassen können. Diese Lektion haben wir nur allzu deutlich gelernt. Zudem muss sie einen Vorschlag ausarbeiten, den sie Parlament und Volk vorlegen kann, anstatt wie bisher schrittweise auf Verordnungsebene zu verhandeln und dabei die demokratischen Prozesse zu umgehen.»
Die neuen Zölle gegen rund 60 Länder sind das Ergebnis einer Untersuchung der US-Regierung darüber, ob Handelspartner Zwangsarbeit wirksam aus ihren Lieferketten ausschliessen. Nach Ansicht der NGO Public Eye hat die Schweiz bei der Regulierung von Zwangsarbeit Nachholbedarf. Das Problem müsse angegangen werden, jedoch nicht unter dem Druck von Donald Trump. «Es ist unglaublich zynisch, dass eine Regierung, die weltweit Menschenrechte mit Füssen tritt, nun Zwangsarbeit als Vorwand für neue Zölle nutzt», sagte David Hachfeld von Public Eye gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bilanz.
Die Weltmeisterschaft ist zwar bereits vor zwei Wochen zu Ende gegangen, doch die FIFA, der in Zürich ansässige Weltfussballverband, und ihr umstrittener Präsident Gianni Infantino sorgten auch diese Woche für Schlagzeilen.
Am Montag wandte sich Infantino über die sozialen Medien an seine Kritiker. Er forderte sie auf, «zu meditieren, zu beten oder ein Fussballspiel anzuschauen», anstatt «Hass und falsche Gerüchte» über seine Führung, die FIFA und die Weltmeisterschaft zu verbreiten.
Einen Tag später kündigte er an, die FIFA plane die Gründung einer Tochtergesellschaft im Wert von 20 Milliarden US-Dollar (16,25 Milliarden Franken), die künftig die Weltmeisterschaft und weitere FIFA-Wettbewerbe organisieren soll. Externen Investoren sollen Beteiligungen von bis zu 20 Prozent angeboten werden. Die Ankündigung löste weltweit heftige Reaktionen aus. Die UEFA, der ebenfalls in der Schweiz ansässige Dachverband des europäischen Fussballs, warf der FIFA vor, die «Seele» des Sports zum Verkauf anzubieten. Berichten zufolge erwägt die UEFA zudem einen Boykott der Weltmeisterschaft.
Auch Schweizer Fussballfans diskutierten diese Woche darüber, was hätte sein können. Das in Zürich ansässige International Football Association Board (IFAB) bestätigte, dass der Schweizer Stürmer Breel Embolo im WM-Viertelfinal gegen Argentinien nicht vom Platz hätte gestellt werden dürfen.
Wie das IFAB am Montag mitteilte, kann der Video-Assistent (VAR) derzeit nicht eingreifen, wenn irrtümlich eine Gelbe Karte gezeigt wurde. Der argentinische Spieler Leandro Paredes hatte in der 72. Minute zunächst eine Gelbe Karte für ein Foul an Embolo erhalten. Weil Embolo die Aktion jedoch offensichtlich simuliert hatte, griff der VAR unter Berufung auf die sogenannte Verwechslungsregel ein. Die Verwarnung wurde daraufhin von Paredes auf Embolo übertragen, der bereits mit Gelb belastet war und deshalb des Feldes verwiesen wurde. In Unterzahl hielt die Schweiz bis in die Verlängerung durch, bevor sie mit 1:3 verlor.
Für zusätzliche Verwirrung sorgte die FIFA mit der Erklärung, sie teile die Einschätzung des IFAB nicht. Der Weltverband argumentierte, die Auslegung der sogenannten Fehlerkorrektur-Regel sei während der gesamten Weltmeisterschaft einheitlich angewendet worden.
Das bringt die kommende Woche:
Am Dienstag veröffentlicht Swiss International Air Lines (SWISS) ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Wir haben kürzlich berichtet, dass Fliegen in der Schweiz 70 % teurer ist als vor fünf Jahren – schreckt das die Menschen ab?
Am Mittwoch fällt der Vorhang für das zehntägige Filmfestival von Locarno. Siebzehn Filme aus aller Welt konkurrieren um den Hauptpreis, den Pardo d’Oro, den Goldenen Leoparden.
Die 33. Zürcher Street Parade, die weltweit grösste Parade für elektronische und Techno-Musik, beginnt am Samstag, dem 8. August, und dauert von 13 Uhr bis Mitternacht.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards