Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Hitzewelle hält an in der Schweiz, und sie macht sich besonders dort bemerkbar, wo Menschen ihr nicht einfach ausweichen können: in Spitälern und Gefängnissen. In der Westschweiz sorgen überhitzte Räume für Unmut – Mitarbeitende, Patient:innen und Inhaftierte fordern bessere Lösungen.
Sportlich bleibt die Schweiz weiterhin im WM-Fieber: Die Nati ist nach ihrer historischen Viertelfinal-Teilnahme zurück in Zürich. Hinter dem Erfolg stehen nicht nur Emotionen und Anerkennung, sondern auch Millionenbeträge für den Schweizerischen Fussballverband.
Freundliche Grüsse
Die anhaltende Hitzewelle bringt in der Westschweiz öffentliche Einrichtungen an ihre Grenzen. Berichte aus Genfer Spitälern und Gefängnissen zeigen, wie stark Patient:innen, Inhaftierte und Personal unter den hohen Temperaturen leiden.
In den Genfer Universitätsspitälern (HUG) protestierten Mitarbeitende gegen Temperaturen von 34 Grad in Patientenzimmern und bis zu 40 Grad in einzelnen Arbeitsräumen. Die Gewerkschaften fordern mehr Personal und eine nachhaltige Klimatisierung. Die Spitalleitung verweist auf die veralteten Gebäude und hat Sofortmassnahmen wie Ventilatoren, gekühlte Bereiche und einen Krisenstab eingeführt.
Auch in Gefängnissen der Romandie werden in den Zellen regelmässig mehr als 30 Grad gemessen. Inhaftierte verlangen Ventilatoren und besseren Zugang zu Duschen. Die Verwaltungen reagieren mit Wasser, kalten Mahlzeiten und angepassten Tagesabläufen, räumen aber ein, dass die alten Gebäude den steigenden Temperaturen kaum gewachsen sind.
Sowohl in den Spitälern als auch in den Gefängnissen sehen Verantwortliche und Aufsichtsgremien die bauliche Infrastruktur als zentrales Problem. Während kurzfristige Massnahmen die Folgen der Hitze lindern sollen, dürften umfassende Sanierungen noch Jahre auf sich warten lassen.
Mit dem Empfang der Schweizer Nati in Zürich endet am Dienstag die historische WM-Kampagne. Die Mannschaft kehrt nach dem Viertelfinal-Aus gegen Argentinien mit viel Anerkennung zurück – und mit einem finanziellen Erfolg für den Schweizerischen Fussballverband (SFV).
Der Einzug unter die besten acht Teams des Turniers bringt dem SFV ein FIFA-Preisgeld von 19 Millionen US-Dollar ein. Präsident Peter Knäbel rechnet trotz der «massiv» hohen Kosten für die Reise nach Nordamerika mit einem Überschuss von rund drei Millionen Franken. Die Einnahmen aus erfolgreichen Turnieren sind für den Verband inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Planung und fliessen in den Profi- wie auch in den Amateurfussball.
Die Schweiz profitiert vom Preisgeldtopf der FIFA, die für die WM insgesamt rund 870 Millionen US-Dollar an Verbände und Teams ausschüttet. Für die Viertelfinal-Teilnahme gibt es 19 Millionen Dollar, ein Halbfinal-Einzug hätte weitere neun Millionen eingebracht, der Weltmeister erhält 50 Millionen. Kritiker:innen bemängeln allerdings, dass die Ausschüttungen gemessen an den Einnahmen des Weltverbands weiterhin vergleichsweise gering seien.
Nun richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Aufgaben: Im Herbst startet die Schweiz in der Nations League, die auch für die Ausgangslage bei der Qualifikation zur EM 2028 entscheidend sein wird. Trainer Murat Yakin hat bis Sommer 2028 einen Vertrag, Captain Granit Xhaka und weitere Leistungsträger dürften der Mannschaft erhalten bleiben. «Keiner der Spieler hat mir gegenüber geäussert, dass er aufhören will», sagte Yakin am Tag nach dem Ausscheiden.
Hat die Schweiz mit ihren Geldern indirekt Menschenrechtsverletzungen an der EU-Aussengrenze ermöglicht? Dieser Frage geht ein neuer Expertenbericht nach.
Über 300 Millionen Franken hat die Schweiz in europäische Grenzschutzfonds einbezahlt. Mitfinanziert wurden unter anderem Fahrzeuge, Drohnen und Wärmebildkameras, auch in Ländern wie Kroatien, Griechenland und Polen, wo es Berichte über sogenannte Pushbacks – also gewaltsame Zurückweisungen von Schutzsuchenden ohne Asylverfahren – gab. Ein neuer Expertenbericht untersucht nun, ob Schweizer Gelder indirekt für mutmassliche Menschenrechtsverletzungen eingesetzt wurden.
Einen direkten Zusammenhang mit Pushbacks konnte der Bericht zwar nicht nachweisen. Ausgeschlossen werden kann er jedoch nicht. Laut der Schweizerischen Flüchtlingshilfe ist es schwierig, einzelne Verstösse konkreten Finanzierungen zuzuordnen, weshalb sie eine unabhängige Kontrolle der Mittel fordert.
Politisch bleibt die Schweizer Beteiligung umstritten. Während der Bundesrat bessere Aufsicht und Kontrollen unterstützen will, lehnt die SVP zusätzliche Kontrollmechanismen ab und fordert, das Geld künftig in der Schweiz einzusetzen. Die Frage, wie weit die Verantwortung der Schweiz für den Einsatz ihrer Beiträge an der EU-Aussengrenze reicht, dürfte damit weiter für Diskussionen sorgen.
Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) nimmt Google ins Visier. Die Behörde untersucht, ob der Techkonzern mit der Abschaffung einer Auswahlfunktion auf Android-Geräten den Wettbewerb bei Suchmaschinen einschränkt.
Auslöser ist der sogenannte «Choice Screen». Dieser ermöglichte Nutzenden bei der Einrichtung eines neuen Android-Smartphones eine Standardsuchmaschine auszuwählen. Google hat die Funktion in der Schweiz entfernt, während sie im Europäischen Wirtschaftsraum weiterhin verfügbar ist. Damit wird auf Schweizer Geräten automatisch Google Search voreingestellt.
Die WEKO prüft nun, ob diese Praxis Konkurrenten benachteiligt und Markteintritte erschwert. Google begründet den Unterschied zur EU mit dem dort geltenden Digital Markets Act. Die Wettbewerbshüter halten jedoch fest, dass auch das Schweizer Kartellrecht den Wettbewerb bei solchen Voreinstellungen schützen soll.
Die Vorabklärung wird voraussichtlich einige Monate dauern. Danach werde laut Weko über die Eröffnung eines Verfahrens entschieden. Die Sanktionsmöglichkeiten der Weko sind Bussen und Verbote. Möglich ist aber auch, dass sich die Parteien einvernehmlich einigen.
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