Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Am kommenden Samstag feiert die Schweiz ihren Nationalfeiertag. Parallel zu den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten wächst jedoch auch die Besorgnis über die durch Feuerwerk verursachte Brandgefahr.
Diese Angst wird durch den gewaltigen Brand genährt, der gegenwärtig den Südwesten Frankreichs verwüstet und bei dessen Bekämpfung auch Schweizer Feuerwehrleute im Einsatz sind.
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Auch Schweizer Feuerwehrleute sind im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen, der im Südwesten Frankreichs wütet und der bereits mehr als 42’000 Hektar Land verwüstet und 220’000 Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen hat.
«Wenn wir ankommen, sind wir eine neue, frische Kraft. Es ist immer viel Energie da», schildert der Sprecher des «Groupement des services d’incendie et de secours de Genève» (GSIS). Das GSIS setzte am Wochenende 34 Feuerwehrleute am Stadtrand von Bordeaux ein. «Man ersetzt Leute, die seit mehreren Tagen im Einsatz sind», sagt der Sprecher und erinnert daran, dass eine der grössten Herausforderungen in solchen Situationen darin besteht, die Kräfte zu erhalten. «Man fährt nicht für einen oder zwei Tage, sondern für sieben Tage an die Front.»
Trotz der anhaltenden Dürre in diesem Jahr blieb die Schweiz bisher von grossen Bränden verschont. Doch angesichts der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 1. August am kommenden Wochenende wächst die Besorgnis. In den meisten Kantonen wurde Feuerwerk verboten, aber «eine einzige Rakete reicht, um einen Brand auszulösen», erinnert Gianni Boris Pezzatti vom Eidgenössischen Forschungsinstitut für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einem Interview mit Der Bund.
Seit dem Hitzesommer 2003 sei die Sensibilität in der ganzen Schweiz diesbezüglich hoch, betont der Experte. Wirksame Präventionsmassnahmen, allen voran das Verbot von Feuern im Freien während Dürreperioden, hätten sich als sehr effektiv erwiesen. Es bleibe jedoch «wichtig, die Bevölkerung darüber zu informieren, dass ein einzelnes Gewitter nicht ausreicht, um die Lage zu entspannen», fügt Pezzatti hinzu.
Nach dem verheerenden Neujahrsbrand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, der 41 Menschenleben forderte und bei dem 115 weitere Personen verletzt wurden, haben die Behörden in der ganzen Schweiz die Brandschutzvorschriften verschärft. Nun beklagen jedoch immer mehr Fachleute aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltung einen übertriebenen Eifer, der ihre Existenz gefährde.
«Bei der Sicherheit darf man nicht sparen. Aber was man von uns verlangt, ist übertrieben.» Die Worte eines Restaurantbesitzers aus dem Kanton Waadt, den das Westschweizer Fernsehen RTS befragt hat, fassen die Unzufriedenheit vieler anderer zusammen, deren Stimmen sich fast sieben Monate nach der Tragödie zunehmend Gehör verschaffen. Der Betreiber musste aufgrund unzureichender Notausgänge 30 von 80 Sitzplätzen in seinem Lokal entfernen und zwei Angestellte entlassen.
Die Verantwortlichen von Hotels und Restaurants zeigen mit dem Finger auch auf die Unternehmen, welche die Brandschutz-Arbeiten durchführen. Überhäuft mit Aufträgen, würden diese die Gelegenheit nutzen, die Preise in die Höhe zu treiben.
Die kantonale Gebäudeversicherung (ECA), die im Kanton Waadt für den Brandschutz zuständig ist, räumt eine gewisse Überreaktion ein, betont aber, dass andernfalls Untätigkeit geherrscht hätte. Ein ECA-Sprecher erinnert zudem daran, dass es sich «nicht um neue Massnahmen handelt, sondern um Massnahmen, die bereits hätten eingeführt werden müssen, wenn alles vorschriftsgemäss gemacht worden wäre». Auch in der Politik beginnt man, den Bedarf an Verhältnismässigkeit anzusprechen. Es bleibe abzuwarten, ob sich dies in Ausnahmeregelungen für die betroffenen Fachleute konkretisiere, schreibt RTS.
Im Rahmen des Prozesses gegen Gulnara Karimova, die Tochter des ehemaligen usbekischen Präsidenten und frühere einflussreiche Figur der Regierung des Landes, hat das Bundesstrafgericht (BStGer) die Genfer Privatbank Lombard Odier verurteilt, weil sie keine organisatorischen Massnahmen zur Verhinderung von Geldwäscherei getroffen hat.
Die Bank muss eine Busse von drei Millionen Franken bezahlen. Ein ehemaliger Vermögensverwalter wurde der Geldwäscherei für schuldig befunden und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Zudem ordnete das BStGer die Einziehung von 400 Millionen Franken an.
Karimova, die unter anderem Botschafterin Usbekistans bei der UNO in Genf war, wurde der Geldwäscherei, ungetreuen Geschäftsbesorgung, Korruption und der Leitung einer kriminellen Organisation beschuldigt. Die Strafkammer des BStGer stellte das Verfahren gegen die Frau und einen weiteren Angeklagten jedoch aufgrund eines dauerhaften Verfahrenshindernisses ein. Karimova verbüsst in ihrem Heimatland bis Dezember 2028 eine Freiheitsstrafe. Die usbekischen Behörden weigern sich, sie vor Ende der Strafe ausreisen zu lassen. Zu jenem Zeitpunkt werden die vom Eidgenössischen Departement des Innern angeklagten Straftaten bereits verjährt sein.
Karimova hatte über Strohmänner mehrere Bankkonten bei schweizerischen Finanzinstituten eröffnet und diese dazu genutzt, die illegale Herkunft der eingezahlten Gelder zu verschleiern. Laut den Ermittelnden handelte es sich dabei um Millionen, die vor allem aus Bestechungsgeldern stammten. Diese hatte Karimova von Telekommunikationsunternehmen im Gegenzug für den Zugang zum usbekischen Markt erhalten.
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