Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ist Ihnen in den letzten Tagen auch eine Nachricht über die Schweiz begegnet, bei der Sie sich gefragt haben: Stimmt das wirklich? Russland versucht aktuell, den Abstimmungskampf um die Neutralitätsinitiative mit Desinformation zu beeinflussen. Wie gross der tatsächliche Einfluss ist, bleibt umstritten.
Apropos Schweizer Politik: Wussten Sie, dass Schweizer Parlamentarier:innen in den letzten fünf Jahren gleich drei Mal nach Französisch-Polynesien gereist sind? Insgesamt war die Frankofonie-Delegation 43 Mal unterwegs.
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Russland mischt sich in den Abstimmungskampf um die SVP-Neutralitätsinitiative ein. Die Kampagne ist bisher überschaubar, erreicht aber ein grosses Publikum. Wie gross der tatsächliche Einfluss auf die Schweizer Demokratie ist, bleibt umstritten.
Am 27. September stimmt die Schweiz über die Neutralitätsinitiative ab. Ein Ja wäre auch für Russland interessant, weil der Bundesrat dann künftig keine EU-Sanktionen gegen Moskau mehr übernehmen dürfte. Entsprechend versucht der Kreml, Zweifel an der Schweizer Neutralität und am politischen System zu schüren. Neben der russischen Botschaft und Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa spielt auch das Portal «Prawda Schweiz» eine Rolle. Auf Telegram kursieren zudem Falschmeldungen, etwa über eine angebliche Schweizer Drohne, die russische Kinder getötet habe.
Fachleute sind sich uneinig, wie stark solche Desinformation tatsächlich wirkt. Zwar können wenige russische Beiträge über Schweizer Medien und soziale Netzwerke ein grosses Publikum erreichen. Bei der Abstimmung über die «10-Millionen-Schweiz» im Juni registrierte der Bund ebenfalls einzelne staatliche Beeinflussungsaktivitäten. Dass solche Inhalte politische Einstellungen tatsächlich verändern können, lässt sich aber kaum nachweisen. Ein möglicher Effekt liegt eher darin, Misstrauen gegenüber Behörden, Medien und Institutionen zu fördern.
Der Bund hat das Problem erkannt und in diesem Jahr eine Arbeitsgruppe gegen staatlich gesteuerte Einflussnahme eingesetzt. Gleichzeitig will er mit Gegenmassnahmen vorsichtig sein, um die Bedrohungswahrnehmung nicht selbst zu verstärken. Laut dem Staatssekretariat für Sicherheitspolitik SEPOS gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Russland Schweizer Abstimmungen entscheidend beeinflusst hat. Fachleute sehen die Schweiz dank ihrer direkten Demokratie und ihres Mediensystems als relativ resilient.
Leben Sie als Auslandschweizer auf Französisch-Polynesien? Dann stehen die Chancen gut, dass Sie in den letzten fünf Jahren offiziellen Besuch aus der Schweiz hatten. Gleich drei Mal reisten Schweizer Parlamentarier in dieser Zeit auf die Inselgruppe im Südpazifik – im Rahmen von insgesamt 43 Reisen der Frankofonie-Delegation.
Die Schweizer Delegation bei der parlamentarischen Versammlung der Frankofonie absolvierte in fünf Jahren insgesamt 43 Reisen und legte dabei rund 318’100 Flugkilometer zurück. Neben Französisch-Polynesien ging es etwa nach Montreal, Dakar, Tirana oder ins vietnamesische Can Tho. Die Reisen kosteten insgesamt 463’697 Franken.
Das sorgt jetzt für Kritik. FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann findet nicht primär die Kosten problematisch, sondern die Doppelspurigkeiten mit anderen parlamentarischen Delegationen. Für ihn ist die gemeinsame Sprache als einziges Kriterium für eine Parlamentsversammlung kein grosser Mehrwert. Parlamentarische Diplomatie sei zwar wichtig, müsse sich aber auf für die Schweiz zentrale Organisationen konzentrieren.
Anders sieht es SP-Ständerat Carlo Sommaruga, der die Delegation präsidiert. Die Schweiz könne sich in der Frankofonie mit Parlamentarier:innen aus über 90 Ländern für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Zudem habe die Delegation etwa bei der Bekämpfung von Menschenhandel und der Bildungsförderung in Krisenländern mitgewirkt. Seit 2022 entstanden allerdings gerade einmal zwei Berichte, wie die Sonntagszeitung berichtet.
Die Hitzewelle in der Schweiz erreicht auch den Tourismus. «Die Schweiz ist kein Luxusland mehr», soll eine Touristin aus Katar zu einem Schweizer Luxusreiseveranstalter gesagt haben. Der Grund: In Hotels und Schweizer Ferienhäusern sei es ihr schlicht zu heiss.
Vor allem Gäste aus Katar, Kuwait und Saudi-Arabien sind stark klimatisierte Räume gewohnt. In der Schweiz sind Klimaanlagen hingegen weniger verbreitet – unter anderem aus ökologischen und baulichen Gründen. Luxusreiseveranstalter Peter Zombori sagt gegenüber dem Tages-Anzeiger, er habe diesen Sommer so viele Beschwerden wie noch nie erhalten.
HotellerieSuisse bestätigt, dass die Erwartungen internationaler Gäste an die Raumtemperatur stark auseinandergehen. Hotels setzen deshalb auf Beschattung, nächtliche Lüftung und Begrünung. Zombori findet: Alle Gebäude mit Klimaanlagen auszurüsten, sei ebenfalls keine Lösung. Es brauche einen gesellschaftlichen Konsens.
Reisende aus den Golfstaaten geben durchschnittlich rund 400 Franken pro Tag aus – mehr als jede andere Touristengruppe. 2025 kamen sie auf 814’000 Hotelübernachtungen – über 3 % der Übernachtungen ausländischer Gäste. Trotz der Hitze bleibt die Schweiz attraktiv. Einige Gäste suchen für die heissen Sommermonate inzwischen allerdings kühlere Alternativen wie Schottland.
In der Schweiz kommt rund jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Doch je nach Spital ist die Wahrscheinlichkeit dafür sehr unterschiedlich. Eine neue Studie zeigt: Entscheidend ist weniger der Wohnkanton als das Spital selbst.
Im Kanton Zug kommen rund 40 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt, im Jura knapp 25 Prozent. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) hat Geburten zwischen 2015 und 2023 untersucht. Faktoren wie das Alter der Mutter oder Mehrlingsgeburten erklären die Unterschiede nur teilweise.
Den grössten Einfluss hat laut Studie die medizinische Praxis im jeweiligen Spital. Wird das Spital berücksichtigt, verschwindet der Einfluss des Wohnkantons praktisch vollständig. Warum manche Spitäler häufiger zu Kaiserschnitten greifen, bleibt allerdings offen.
Über 90 Prozent der Frauen wünschen sich laut Anne Steiner vom Schweizerischen Hebammenverband möglichst wenige Eingriffe. Trotzdem enden fast 35 Prozent der Geburten mit einem Kaiserschnitt. Steiner sieht nebst der besseren Planbarkeit auch finanzielle Anreize als möglichen Grund: Ein geplanter Kaiserschnitt wird besser vergütet als eine aufwändige vaginale Geburt.
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