Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Sind Sie pensioniert? Dann erhalten Sie ab diesem Dezember eine 13. Monatsrente aus der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Nun fordert ein Nationalrat, dass Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer von diesen Zahlungen ausgenommen werden sollen.
Und was denken Sie: Nimmt die Bildschirmzeit bei Schulkindern zwischen acht und zwölf Jahren eher zu oder ab? Die Antwort finden Sie in Ihrem heutigen Briefing.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die 13. AHV-Rente wird im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt – auch an Rentnerinnen und Rentner im Ausland. Ein politischer Vorstoss sorgt nun für Feuer im Dach: Er fordert, dass Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer von der 13. AHV-Rente ausgeschlossen werden.
Zur Finanzierung der 13. AHV-Rente soll die Mehrwertsteuer steigen: Der Normalsatz von 8,1 auf 8,5%, der Sondersatz für Beherbergungen von 3,8 auf 4%. Wer im Ausland lebt, zahlt jedoch keine Schweizer Mehrwertsteuer und leistet somit keinen Beitrag zur Finanzierung der 13. Rente.
Diesen Punkt hat SVP-Nationalrat Didier Calame zum Anlass für einen Vorstoss genommen: Nur in der Schweiz wohnhafte Empfängerinnen und Empfänger sollen diesen Zustupf an die Rente erhalten, wie Cash heute berichtet. Von Swissinfo darauf angesprochen, reagiert die Auslandschweizer-Organisation (ASO) mit diesem Zitat: «Grundsätzlich lehnt die ASO Kürzungen von Leistungen für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ab.»
Schon während der parlamentarischen Beratungen zur Finanzierung fragte sich das Parlament, wer zur Finanzierung beitragen könnte. Dies wurde aber nicht weiter vertieft. Über die dafür nötige Mehrwertsteuererhöhung wird am 29. November 2026 abgestimmt. Bei einem Nein stellt sich die Finanzierungsfrage neu – die 13. Rente wird dennoch ausbezahlt. Bei einem Ja gelten die höheren Sätze voraussichtlich ab 2028.
Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung die aussergewöhnliche Hitze- und Trockenheitssituation in der Schweiz beraten. Die Abklärungen würden zeigen, dass kurzfristig zusätzliche Mittel für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel sowie für die Unterstützung der betroffenen Landwirtschaftsbetriebe nötig seien.
Deshalb beantragt der Bundesrat dem Parlament eine Aufstockung des Kredits Wald für 2027 um 17,5 Millionen Franken; ab 2028 soll das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) jährlich weitere Mittel in gleicher Höhe beantragen können. Für die Betriebshilfe gemäss Landwirtschaftsgesetz soll 2026 einmalig ein zusätzlicher Betrag von 54 Millionen Franken bereitgestellt werden, um Liquiditätsengpässe infolge der Trockenheit zu überbrücken.
Zugleich wurde das UVEK beauftragt, gemeinsam mit anderen Departementen die Entwicklung weiter zu verfolgen und bis Ende Oktober zu prüfen, ob weitere Massnahmen gegen Hitze und Trockenheit erforderlich sind.
Auf dieser Basis will der Bundesrat im Herbst 2026 eine Gesamtschau vornehmen und über allfällige weitere Schritte entscheiden. Bis dahin sollen unter anderem ein Runder Tisch zu Landwirtschaftsthemen organisiert und die Weiterentwicklung der bestehenden Trockenheitsplattform geprüft werden. Der Bundesrat war jüngst dafür in die Kritik geraten, weil er Mittel gestrichen hatte, um die Schweizer Wälder zukunftstauglich zu machen.
Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz geht weiter zurück. Im ersten Halbjahr 2026 wurden weniger als 10’000 Gesuche registriert – so wenige wie seit 2022 nicht mehr. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) rechnet deshalb bis Jahresende mit rund 22’000 Gesuchen statt der ursprünglich erwarteten 26’000.
Besonders stark gesunken sind die Zahlen aus Afghanistan, der Türkei und Eritrea. Als Gründe nennt das SEM veränderte Migrationsrouten: Auf der zentralen Mittelmeerroute sowie auf der Balkanroute waren weniger Menschen unterwegs. Gleichzeitig sind auch die Gesuche um den Schutzstatus S von Ukrainerinnen und Ukrainern rückläufig. Für 2026 werden rund 12’000 Gesuche erwartet – etwa 900 weniger als im Vorjahr.
Parallel nehmen die Rückführungen zu. Die Zahl der zwangsweisen Rückführungen stieg von 1654 im Jahr 2021 auf 2400 im Jahr 2025. Der Bund bevorzugt nach eigenen Angaben die freiwillige Rückkehr, weil sie schneller und kostengünstiger ist.
Im Rahmen der Asylstrategie 2027 plant das SEM zudem ein Sicherheitspaket gegen kriminelle Asylsuchende sowie vorgelagerte Verfahren für offensichtlich unbegründete Gesuche. Im Fokus stehen unter anderem Personen aus Staaten mit sehr tiefer Schutzquote. Das neue Verfahren könnte rund 20% der Gesuche betreffen; rechtliche Fragen sind noch offen. Zugleich betont das SEM, dass sich 96% der Menschen im Asylbereich korrekt verhalten.
Bye-bye, Social Media: Immer mehr Kinder im Primarschulalter wenden sich von Tiktok und Instagram ab. So hat sich der Konsum bei den Acht- bis Zwölfjährigen seit 2020 halbiert. Das zeigt eine Befragung von 10’000 Kindern und Jugendlichen in Ausbildung.
Über die Gründe sagt das Monitoring der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung nichts aus. Ein Studienleiter geht aber davon aus, dass dies einem weitherum beobachteten Trend entspricht, dass auch Schweizer Eltern unterdessen sensibilisiert seien und den Social-Media-Zugang ihrer Kinder einzuschränken beginnen, wie der Forscher dem Tages-Anzeiger sagte.
Die Untersuchung zeigte auch, dass Social Media bei Sekundarschülerinnen und -schülern höher im Kurs ist. Doch auch in diesem Segment wird seit der letzten Befragung etwas weniger gescrollt, wenn auch nur in minimem Ausmass.
Schliesslich ergab die Befragung, dass Mädchen und junge Frauen das Lernen mit digitalen Hilfsmitteln deutlich kritischer beurteilen als Knaben und junge Männer. Diese Technikaffinität habe schliesslich auch einen Einfluss auf die Berufswahl, zitiert der Tagi einen der beiden Studienleiter.
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