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Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

Auch Chor- und Singproben sind ab Montag in der Schweiz wieder erlaubt. Qiao-Ai

Kein Nachlassen: Am Freitag meldete die Schweizer Gesundheitsbehörde 2205 neue Corona-Fälle. Derweil hat ein weiteres Mitglied die Wissenschafts-Taskforce des Bundes gegen die Covid-19-Pandemie verlassen – aus Frust.

Dieser Inhalt wurde am 16. April 2021 - 16:45 publiziert
swissinfo.ch, mit SRF und SDA

Neueste Entwicklungen

  • In den letzten 24 Stunden sind weitere vier Personen am Virus gestorben. Damit beträgt die Zahl der Opfer in der Schweiz seit Ausbruch der Pandemie gemäss der US-Universität Johns Hopkins schon über 10'500 Menschen.
  • Mit Dominique de Quervain hat ein weiteres Mitglied der Science Taskforce, dem hochkarätigen Berater-Gremium der Schweizer Regierung, den Rücken gekehrt.
  • "Heute verlasse ich die Science Taskforce. Das ihr auferlegte politische Korsett verhindert die dringend notwenige, ungefilterte wissenschaftliche Aufklärung," schreibt er in einem TweetExterner Link.
  • "In Zukunft werde ich meine Expertise im Bereich Mental Health unabhängig der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen," so der Neurowissenschaftler.
  • Er hatte die Lockerungen, die der Bundesrat für nächsten Montag beschloss, als "Fehler" kritisiert.
  • Auch andere Expertinnen und Experten kritisieren die Öffnungen, insbesondere für Tätigkeiten in Innenräumen, wo maximal 50 Personen erlaubt sind. Das betrifft etwa Trainings im Fitness Center, Veranstaltungen an Hochschulen und Singproben. 
  • Sie weisen darauf hin, dass Nachbarländer den gegenteiligen Weg gehen und die dritte Welle mit strengen Lockdowns bekämpfen.
  • Laut Bundesamt für Gesundheit sind in der Schweiz knapp 8,5% der Bevölkerung geimpft. Insgesamt wurden bisher knapp zwei Millionen Impfdosen gespritzt. Die Zahlen können dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Impfungen im Land nach wie vor schleppend vorankommen.
  • Die vollständigen aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.
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Die neuesten Schlagzeilen zur Pandemie

  • Das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz ist zustande gekommen. Am 13. Juni kommt das Gesetz an die Urne. Das Parlament hatte das Gesetz im September 2020 verabschiedet. Es sieht eine breite Palette von Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie in der Schweiz vor.
  • Kommt nun der Aufschwung? Zumindest in der Maschinenbranche könnte man das meinen, wenn man das Interview mit der Chefin von PB Swiss Tools liest.
  • Eine neue Umfrage im Auftrag der SRG zeigt, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer etwas vom Corona-Schock erholt haben. Aber ohne übermässig optimistisch zu sein.
  • Während die Schweiz eine grosse Testoffensive startet, um eine dritte Covid-19-Welle zu bekämpfen, warnt eine Virologin davor, grossflächige Tests als Allerwelts-Heilmittel zu sehen.
  • Ein Jahr nach dem Lockdown: Der Jahresrückblick in Bildern.

Was ist der aktuelle Stand punkto Corona-Impfung?

  • Der Impfnachweis soll zu einem Impfzertifikat werden. Der Nachweis in Papierform, der bereits jetzt abgegeben wird, soll somit abgelöst werden. Eine zentrale Lagerung ist nicht vorgesehen, das Zertifikat soll auf Papier oder digital den Geimpften abgegeben werden.
  • Zugelassen sind in der Schweiz bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson. Mit letzterem Hersteller hat die Schweiz jedoch keinen Vertrag abgeschlossen.
  • Die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca verzögert sich, weil laut Swissmedic die eingereichten Daten nicht ausreichen. Die Zulassungsbehörde fordert weitere Studien.
  • Die Impfung ist gratis und nicht obligatorisch. Erste Priorität beim Impfen haben Personen über 75 Jahre und solche mit chronischen Krankheiten.
  • Der Bund übernimmt die Kosten für die Impfung auch für Personen, die in der Schweiz leben, aber nicht obligatorisch krankenversichert sind.
  • Ebenfalls kostenlos ist die Impfung für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die nicht in der Schweiz versichert sind und in Schweizer Gesundheitseinrichtungen arbeiten.
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Welche Regeln gelten?

Für die Einreise in die Schweiz gilt seit dem 8. Februar:

  • Einreisende aus Staaten oder Gebieten mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko müssen einen negativen PCR-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden ist. Anschliessend begeben sie sich in eine 10-tägige Quarantäne. Sie können diese jedoch ab dem 7. Tag verlassen, falls ein negatives Testresultat vorliegt.
  • Davon ausgenommen sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger.
  • Bei sämtlichen Einreisen per Flugzeug ist ein negatives PCR-Testresultat vorzuweisen. Die Kontrolle erfolgt vor dem Einsteigen ins Flugzeug.
  • Alle Einreisenden müssen, falls sie per Flugzeug, Schiff, Bus oder Zug einreisen, ihre Kontaktdaten mittels eines elektronischen Einreiseformulars erfassen.
  • Das Einreiseformular und alle relevanten Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesamts für GesundheitExterner Link.

Diese Massnahmen gelten schweizweit:

  • Restaurants und Bars bleiben geschlossen. Offen bleiben dürfen nur Betriebskantinen sowie die Restauration für Hotelgäste. Take-away-Angebote und Lieferdienste bleiben erlaubt.
  • Indoor-Freizeitbetriebe bleiben geschlossen. Profispiele können ohne Publikum stattfinden. Sportliche und kulturelle Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen vor ihrem 20. Geburtstag sind erlaubt.
  • Museen, botanische Gärten und die Aussenbereiche der Zoos dürfen öffnen. Veranstaltungen mit Publikum sind verboten.
  • Die Anzahl Personen, die sich gleichzeitig in den noch geöffneten Einkaufsläden aufhalten dürfen, ist weiter eingeschränkt. Die maximale Personenzahl ist dabei abhängig von der frei zugänglichen Ladenfläche.
  • Private Treffen mit bis zu 10 Personen sind neu erlaubt. Die Bevölkerung wird dazu aufgefordert, sich vor privaten Treffen testen zu lassen.
  • Es gelten Homeoffice-Pflicht und Fernunterricht-Pflicht für die Hochschulen.
  • Maskenpflicht: In den Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben sowie auf Märkten muss eine Maske getragen werden. Eine Maskenpflicht gilt auch in belebten Fussgängerbereichen und überall dort, wo der erforderliche Abstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten werden kann. Auch in Schulen ab der Sekundarstufe II gilt eine Maskenpflicht. Ebenso gilt eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz, es sei denn der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen kann eingehalten werden, zum Beispiel in Einzelbüros.
  • Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder bis zu 12 Jahren, Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können und Gäste in Restaurants und Bars, wenn sie am Tisch sitzen.
  • Für Einreisende aus gewissen Staaten und Gebieten gilt eine Quarantänepflicht. Weitere Informationen und eine Liste der Risikoländer finden Sie hierExterner Link.
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Diese Lockerungen gelten ab dem 19. April:

  • Restaurants und Bars können Terrassen öffnen: Es gilt eine Sitzpflicht und die Maske darf nur während der Konsumation abgelegt werden. Pro Tisch sind maximal vier Personen erlaubt.
  • Öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe können Innenbereiche öffnen: In Innenräumen muss immer eine Maske getragen und der erforderliche Abstand eingehalten werden. Der Innenbereich von Wellnessanlagen und Freizeitbädern bleibt hingegen geschlossen.
  • Veranstaltungen mit Publikum: Draussen mit 100, drinnen 50 Personen. Es gilt Sitz- und Maskenpflicht.
  • Sport- und Kulturaktivitäten für Erwachsene bis zu 15 Personen. Sportarten mit Körperkontakt bleiben in Innenräumen verboten.
  • Präsenzunterricht an Hochschulen und in Weiterbildungen eingeschränkt möglich.
  • Keine Kontaktquarantäne für Mitarbeitende in Unternehmen, die mindestens einmal pro Wochen testen.

Wie viele Personen sind in der Schweiz infiziert?

Die Kurve der Corona-Neuinfektionen hat sich abgeflacht. Aktuelle Zahlen ersehen Sie in unserer laufend aktualisierten Grafik.

Zur Quelle: Seit dem 9. Juli stützen wir uns für die Anzahl der bestätigten Fälle wieder auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), da einige Kantone die Zahlen nicht mehr regelmässig publizieren. Davor stammten die Zahlen von einer direkten und validierten Quelle der Kantone.

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Wie ist die Situation international?

Wie andere Länder die Corona-Pandemie bekämpfen, können Sie in der Übersicht über die internationale LageExterner Link bei SRF News lesen.

Die folgende Grafik zeigt einen internationalen Vergleich mit absoluten Zahlen.

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Sind Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer speziell betroffen?

Viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer stehen angesichts dieser Pandemie vor grossen finanziellen Schwierigkeiten. In Ländern, in denen die Löhne niedrig, die Ersparnisse knapp und die öffentlichen Unterstützungsmassnahmen dürftig sind, stehen viele von ihnen vor wichtigen Entscheidungen. Deshalb gibt es Unterstützung durch den Bund: Bisher haben 56 Schweizerinnen und Schweizer in einer Notsituation Unterstützung vom Bund erhalten.

Nach Angaben des EDA wurde Sozialhilfe an 16 in Europa lebende Schweizer Bürgerinnen und Bürger gezahlt, davon 12 in Spanien. In Asien haben 14 Schweizer Staatsangehörige diese Hilfe erhalten. Weitere 10 in Südamerika, 9 in Afrika und 7 in Nordamerika.

Diese an Corona gebundene Sozialhilfe ist den individuellen Lebensbedingungen angepasst, so das EDA. Sie beläuft sich derzeit auf rund 60'000 Franken, was nur einen kleinen Teil der gesamten Sozialhilfe ausmacht, die Bern den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern gewährt. Die diesjährige Gesamtsumme beläuft sich auf 800'000 Franken. Im letzten Jahr waren es 900'000 Franken.

Damit unterstützt der Bund Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ihre Betriebe schliessen mussten oder deren Einkommen so tief gesunken sind, dass ihre Existenz nicht mehr gesichert ist. Unterstützt wurden auch Personen, die im Tourismussektor tätig sind und deren Einkommen nicht ausreichend war.

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Schweizer Bürgerinnen und Bürger können sich an alle Schweizer Vertretungen im Ausland wenden. Die Situation in Bezug auf Reiseverbote oder -beschränkungen und andere Grenzschliessungen ändert sich von Tag zu Tag. Aktuell sind aufgrund der Reisebeschränkungen noch immer viele Doppelbürger von Quarantänen und Stornierungen betroffen.

Wo finde ich mehr Informationen? 

Hier eine Liste der Links, wo Sie jederzeit selbst die aktuellen Updates aus erster Hand erfahren können. 

Bundesamt für Gesundheit (BAG)Externer Link

Weltgesundheits-Organisation (WHO)Externer Link

Internationale ÜbersichtskarteExterner Link
 

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