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Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

Keystone / Urs Flueeler

Der Bund will bis Ende Juni ein fälschungssicheres, EU-kompatibles Covid-Zertifikat anbieten können. Unterdessen wurde die Schwelle von einer Million vollständig geimpften Menschen in der Schweiz überschritten.

Dieser Inhalt wurde am 10. Mai 2021 - 13:49 publiziert
swissinfo.ch, mit SRF und SDA

Neueste Entwicklungen

  • Die Schweiz will ein fälschungssicheres Covid-Zertifikat für geimpfte, genesene und negativ getestete Personen selber realisieren. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) soll das System dazu bis Ende Juni zur Verfügung stehen. Die Lösung des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation sei EU-kompatibel, sicher, auf das notwendige technische Minimum beschränkt, und der Quellcode werde offengelegt.
  • Die dritte Welle fällt schwächer aus als befürchtet. Gemäss der Covid-19-Taskforce des Bundes spielen eine Reihe von Gründen eine Rolle: Etwa das Verhalten der Menschen, die Massnahmen, das Wetter, die Schulferien. Die Taskforce-Modelle seien keine Prognosen gewesen, sondern Berechnungen mit verschiedenen Variablen, die sich ständig veränderten.
  • Die Covid-Behandelten in den Spitälern werden jedoch immer jünger. Immer öfters sind es Menschen zwischen 40 bis 60 Jahren.
  • Nun werden bereits erste Rufe laut, die Öffnungsschritte rascher einzuleiten. Momentan sind diese auf Ende Mai angesetzt, erste Kantone und die Tourismusbranche wollen sie früher einleiten.
  • Der Bundesrat hat ein Drei-Phasen-ModellExterner Link definiert, mit dem es zur Normalität zurückkehren soll. Sobald alle impfwilligen Risikopersonen geimpft sind, sollen weitere Öffnungen und Lockerungen erfolgen.
  • Derweil geht die Impfkampagne weiter. Es ist möglich, sich auch in einem anderen Kanton als im Wohnkanton impfen zu lassen. Das sollte gemäss Taskforce aber in einem fairen Rahmen geschehen, um Risikopatientinnen oder -patienten nicht den Platz wegzunehmen.
  • Die vollständigen aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.

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Die neuesten Schlagzeilen zur Pandemie

Was ist der aktuelle Stand punkto Corona-Impfung?

  • Das Impftempo in der Schweiz steigt weiter: Bisher wurden in der Schweiz 3'014'858 Impfungen verabreicht. Nach aktuellen Berechnungen werden durchschnittlich 53'642 Personen pro Tag geimpft. Unterdessen sind 11,6 Prozent der Bevölkerung (1'007'496 Personen) vollständig geimpft.
  • Zugelassen sind in der Schweiz bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson. Mit letzterem Hersteller hat die Schweiz jedoch keinen Vertrag abgeschlossen.
  • Die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca verzögert sich, weil laut Swissmedic die eingereichten Daten nicht ausreichen. Die Zulassungsbehörde fordert weitere Studien.
  • Die Impfung ist gratis und nicht obligatorisch. Erste Priorität beim Impfen haben Personen über 75 Jahre und solche mit chronischen Krankheiten.
  • Der Bund übernimmt die Kosten für die Impfung auch für Personen, die in der Schweiz leben, aber nicht obligatorisch krankenversichert sind.
  • Ebenfalls kostenlos ist die Impfung für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die nicht in der Schweiz versichert sind und in Schweizer Gesundheitseinrichtungen arbeiten.
  • Die Nebenwirkungen nach einer Covid-19-Impfung bewegen sich im Rahmen der Zulassungsstudien und des "Beipackzettels". Zu diesem Ergebnis kommt das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic nach Auswertung von knapp 2000 Meldungen.
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Welche Regeln gelten?

Für die Einreise in die Schweiz gilt seit dem 8. Februar:

  • Einreisende aus Staaten oder Gebieten mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko müssen einen negativen PCR-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden ist. Anschliessend begeben sie sich in eine 10-tägige Quarantäne. Sie können diese jedoch ab dem 7. Tag verlassen, falls ein negatives Testresultat vorliegt.
  • Davon ausgenommen sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger.
  • Bei sämtlichen Einreisen per Flugzeug ist ein negatives PCR-Testresultat vorzuweisen. Die Kontrolle erfolgt vor dem Einsteigen ins Flugzeug.
  • Alle Einreisenden müssen, falls sie per Flugzeug, Schiff, Bus oder Zug einreisen, ihre Kontaktdaten mittels eines elektronischen Einreiseformulars erfassen.
  • Das Einreiseformular und alle relevanten Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesamts für GesundheitExterner Link.

Diese Massnahmen gelten schweizweit:

  • Restaurants und Bars können Terrassen öffnen: Es gilt eine Sitzpflicht und die Maske darf nur während der Konsumation abgelegt werden. Pro Tisch sind maximal vier Personen erlaubt. Innenbereiche bleiben geschlossen, ausgenommen sind Betriebskantinen und Restauration für Hotelgäste.
  • Öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe können Innenbereiche öffnen: In Innenräumen muss immer eine Maske getragen und der erforderliche Abstand eingehalten werden. Die Innenbereiche von Wellnessanlagen und Freizeitbädern sowie Discos und Tanzlokalen bleiben hingegen geschlossen.
  • Sport- und Kulturaktivitäten für Erwachsene bis zu 15 Personen sind erlaubt. Sportarten mit Körperkontakt bleiben in Innenräumen verboten.
  • Veranstaltungen mit Publikum: Draussen mit 100, drinnen 50 Personen. Es gilt Sitz- und Maskenpflicht.
  • Die Anzahl Personen, die sich gleichzeitig in den noch geöffneten Einkaufsläden aufhalten dürfen, ist weiter eingeschränkt. Die maximale Personenzahl ist dabei abhängig von der frei zugänglichen Ladenfläche.
  • Private Treffen mit bis zu 10 Personen sind erlaubt. Die Bevölkerung wird dazu aufgefordert, sich vor privaten Treffen testen zu lassen.
  • Es gilt eine Homeoffice-Pflicht. Präsenzunterricht an Hochschulen ist eingeschränkt möglich.
  • Wettkämpfe im Amateursport mit max. 15 Personen sind möglich. Das gilt nur für Sportarten ohne Körperkontakt.
  • Maskenpflicht: In den Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben sowie auf Märkten muss eine Maske getragen werden. Eine Maskenpflicht gilt auch in belebten Fussgängerbereichen und überall dort, wo der erforderliche Abstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten werden kann. Auch in Schulen ab der Sekundarstufe II gilt eine Maskenpflicht. Ebenso gilt eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz, es sei denn der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen kann eingehalten werden, zum Beispiel in Einzelbüros.
  • Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder bis zu 12 Jahren, Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können, und Gäste in Restaurants und Bars, wenn sie am Tisch sitzen.
  • Für Einreisende aus gewissen Staaten und Gebieten gilt eine Quarantänepflicht. Weitere Informationen und eine Liste der Risikoländer finden Sie hierExterner Link.
Kai Reusser / swissinfo.ch

Wie viele Personen sind in der Schweiz infiziert?

Aktuelle Zahlen ersehen Sie in unseren laufend aktualisierten Grafiken.  Die vollständigen aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.

Zur Quelle: Seit dem 9. Juli stützen wir uns für die Anzahl der bestätigten Fälle wieder auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), da einige Kantone die Zahlen nicht mehr regelmässig publizieren. Davor stammten die Zahlen von einer direkten und validierten Quelle der Kantone.

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Wie ist die Situation international?

Wie andere Länder die Corona-Pandemie bekämpfen, können Sie in der Übersicht über die internationale LageExterner Link bei SRF News lesen.

Die folgende Grafik zeigt einen internationalen Vergleich mit absoluten Zahlen.

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Sind Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer speziell betroffen?

Wie bereits 2020 musste die Auslandschweizer-Organisation (ASO) auch den Auslandschweizer-Kongress 2021Externer Link verschieben. Er hätte vom 20. bis 22. August in Lugano stattfinden sollen. Grund ist die anhaltende Unsicherheit über die epidemiologische Situation in der Schweiz. Zudem wird die Auslandschweizerrats-Sitzung nicht physisch vor Ort, sondern erneut virtuell durchgeführt.

Viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer stehen angesichts dieser Pandemie vor grossen finanziellen Schwierigkeiten. In Ländern, in denen die Löhne niedrig, die Ersparnisse knapp und die öffentlichen Unterstützungsmassnahmen dürftig sind, stehen viele von ihnen vor wichtigen Entscheidungen. Deshalb gibt es Unterstützung durch den Bund: Bisher haben 56 Schweizerinnen und Schweizer in einer Notsituation Unterstützung vom Bund erhalten.

Nach Angaben des EDA wurde Sozialhilfe an 16 in Europa lebende Schweizer Bürgerinnen und Bürger gezahlt, davon 12 in Spanien. In Asien haben 14 Schweizer Staatsangehörige diese Hilfe erhalten. Weitere 10 in Südamerika, 9 in Afrika und 7 in Nordamerika.

Diese an Corona gebundene Sozialhilfe ist den individuellen Lebensbedingungen angepasst, so das EDA. Sie beläuft sich derzeit auf rund 60'000 Franken, was nur einen kleinen Teil der gesamten Sozialhilfe ausmacht, die Bern den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern gewährt. Die diesjährige Gesamtsumme beläuft sich auf 800'000 Franken. Im letzten Jahr waren es 900'000 Franken.

Damit unterstützt der Bund Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ihre Betriebe schliessen mussten oder deren Einkommen so tief gesunken sind, dass ihre Existenz nicht mehr gesichert ist. Unterstützt wurden auch Personen, die im Tourismussektor tätig sind und deren Einkommen nicht ausreichend war.

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Schweizer Bürgerinnen und Bürger können sich an alle Schweizer Vertretungen im Ausland wenden. Die Situation in Bezug auf Reiseverbote oder -beschränkungen und andere Grenzschliessungen ändert sich von Tag zu Tag. Aktuell sind aufgrund der Reisebeschränkungen noch immer viele Doppelbürger von Quarantänen und Stornierungen betroffen.

Wo finde ich mehr Informationen? 

Hier eine Liste der Links, wo Sie jederzeit selbst die aktuellen Updates aus erster Hand erfahren können. 

Bundesamt für Gesundheit (BAG)Externer Link

Weltgesundheits-Organisation (WHO)Externer Link

Internationale ÜbersichtskarteExterner Link
 

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