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Schweizer Postboten verteilen Gemüse statt Briefe

Pöstler erbringen neben der Verteilung von Post vermehrt auch andere Leistungen. SRF-SWI

Weil immer weniger Briefe verschickt werden, versucht die Schweizer Post ihr Personal anderweitig auszulasten. Von Lebensmittel liefern bis Stromzähler ablesen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Dieser Inhalt wurde am 12. März 2018 - 17:05 publiziert
srf/mesa/arnf; kusm und swissinfo.ch/sb

Die Post sucht nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten für die 12'000 Pöstlerinnen und Pöstler. In den letzten zehn Jahren wurde der Personalbestand zwar bereits um 4500 Personen reduziert.

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Einen gewissen Minimalpersonalbestand braucht das Unternehmen aber, da es einen Grundversorgungsauftrag hat. "Grundsätzlich bleiben die Fixkosten gleich. Egal ob man zehn Briefe oder nur einen Brief transportiert; wir müssen an den Briefkasten", sagt Postsprecherin Lea Wertheimer. Die Post versucht deshalb, ihre Briefträger besser auszulasten.

Gemüse statt Briefe im Anhänger

Die Post setzt dabei auf andere Dienstleistungen. Pöstler Marco Soltermann lädt beispielsweise jeden Freitagmorgen Gemüse, Früchte, Brot und Eier in seinen Anhänger. "Der Landwirt bereitet die Ware auf und bringt sie zu uns – und wir liefern sie dann aus", erklärt Soltermann. Seit 18 Jahren verteilt er in Solothurn die Post – und nun eben auch Eier, Gemüse und Früchte.

Von Altpapier bis Stromzähler

Die Post macht in der ganzen Schweiz verschiedene Versuche, um die Briefträger zu beschäftigen, sagt Postsprecherin Wertheimer: "Im Bündnerland sammeln wir Altpapier ein, oder wir lesen die Stromzähler ab – wie in der Region Basel und im Tessin." In Grenchen holen die Postboten übriggebliebene Lebensmittel ab.

Pöstlerinnen und Pöstler haben vielfach mehr als Briefpost in ihrem Anhänger. Keystone

Während ältere Postboten mit diesen neuen Aufgaben teilweise Mühe bekunden, sieht es Soltermann positiv: "Ich finde es gut, und grösstenteils kommt das bei den Leuten auch gut an. Das hilft uns, den Rückgang des Sendungsvolumens auszugleichen. So können wir auch die 100-Prozent-Stellen erhalten."

Immerhin ist man bei der Schweizerischen Post noch nicht so weit wie in Finnland. Denn dort müssen die Pöstlerinnen und Pöstler neben dem Austragen der Post hin und wieder zusätzlich den Rasen der Postkunden mähen.

Und in Frankreich kann man Postboten für den Besuch bei einsamen Senioren abonnieren.

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