Immer wieder kommt es zu Gewalt rund um das Zürcher Derby
Die Fans von GC und dem FCZ sorgen seit Jahren für negative Schlagzeilen mit ihren Auseinandersetzungen. Begonnen hat die Eskalation spätestens 2011 mit der "Schande von Zürich". Ein Überblick:
(Keystone-SDA) 2011: «Die Schande von Zürich»
Am 2. Oktober 2011 musste der Schiedsrichter das Derby abbrechen. Vermummte Fans des FC Zürich rannten zum GC-Block und warfen Leuchtfackeln in die Richtung der Rivalen. Eine Fackel flog in den Block. Auslöser war die Präsentation einer gestohlenen Fahne einer Ultra-Gruppierung des FCZ durch die GC-Fans. Der Fall führte einige Jahre zuvor auch zur Entführung eines GC-Fans durch FCZ-Anhänger im Aargau. Sie wollten ihn wohl dazu bringen, den Standort der gestohlenen Fahne zu verraten.
2018: Angriff beim Prime Tower
Am 28. Februar 2018 griffen FCZ-Fans beim Prime Tower versammelte GC-Fans an. Unter anderem traten sie am Boden liegende Personen gegen den Kopf. Ein später verurteilter Syrer erklärte sein Verhalten auf Alkohol- und Drogenkonsum.
2021: «Schande von Zürich 2.0»
Wieder werfen FCZ-Fans brennend heisse Fackeln in den GC-Block. Die Auslöser für solche gefährlichen Aktionen sind für Aussenstehende kaum erkennbar. Die Rivalität eskaliert immer wieder mit «kleineren» Angriffen, die auch an Tagen passieren, an denen kein Spiel stattfindet. Ultra-Gruppierungen wollen zeigen, wer «der Chef» in der Stadt ist. Wegen der zahlenmässigen Überlegenheit der FCZ-Ultras, vor allem in der Stadt Zürich, sind die Angriffe durch sie deutlich zahlreicher.
Nach den Fackelwürfen melden Polizei und Staatsanwaltschaft mehrere Fahndungserfolge. Vor Gericht zeigen sich aber auch Probleme: Weil die Ultras uniformiert unterwegs sind, mit weissen Sneakern, Jeans und FCZ-Kapuzenpulli mit Netz oder Sturmmaske um das Gesicht zu verbergen, sind sie kaum zu unterscheiden, trotz Überwachungskameras im Stadion. Das führte auch zu Freisprüchen.
2022: Angriff im Zug
GC spielt in der Provinz, Cup gegen Wettswil-Bonstetten. Auf der Rückreise warten FCZ-Anhänger am Bahnhof Weihermatt in Urdorf und greifen die GC-Fans im Innern des Zugs an. Mehrere Personen werden verletzt.
2024: Eskalation auch auf dem Land
2024 kommt es gleich zu mehreren Eskalationen. In Zürich war am Vorabend eines Derbys Ende Januar wohl eine Schlägerei geplant. Die Polizei stellte bei GC-Fans Messer, Schlagstöcke und ähnliches sicher. Die GC-Fans waren später in einem Tram in Schwamendingen unterwegs, als sie von FCZ-Fans gestoppt wurden. Die Scheiben des Trams wurden kaputtgeschlagen, es kam zu wüsten Szenen und sechs Verletzten.
Am 5. Oktober 2024 stürmten FCZ-Fans die Chilbi Wiesendangen. Sie suchten GC-Fans und gingen auf diese los. Nur wenige Tage später schlugen die FCZler wieder in der Region Winterthur zu: In der Turnhalle Rickenbach, wo sie GC-Fans jagen und ihr Choreo-Material stehlen. Zwei Beschuldigte standen am Mittwoch deswegen vor Gericht, ein weiteres Verfahren läuft bei der Jugendanwaltschaft.
Vor dem Derby, das kurz nach dem Choreo-Klau stattfindet, sind es für einmal die GC-Fans, die für negative Schlagzeilen sorgen. Sie gehen am Bahnhof Hardbrücke auf einzelne FCZ-Fans los und stehlen deren Fan-Utensilien. In einer S-Bahn versprühen sie Pfefferspray. Im Nachgang vermelden die Behörden die Verhaftung von rund zwei Dutzend Personen.