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Verpestete Luft fordert Opfer

"Meister Sense" fährt mit: An der durch den Verkehr verursachten Luftverschmutzung sterben jährlich 1800 Menschen. Keystone Archive

Die ökologischen Lebensgrundlagen werden in der Schweiz ungenügend gesichert. Rund 3300 Menschen sterben jährlich an den Folgen der Luftverschmutzung.

Die Schweiz ist vom Ziel einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung noch weit entfernt. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Nationalfonds, die im Rahmen des Schwerpunkt-Programms (SPP) Umwelt erstellt worden ist.

Gestank, Lärm und Beton

So führt die Luftverschmutzung zu Atemwegs-Erkrankungen und verursacht jährlich 3300 vorzeitige Todesfälle. Allein durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung sterben 1800 Menschen, drei Mal mehr als bei Unfällen ums Leben kommen.

Rund ein Viertel der Bevölkerung ist Lärmpegeln ausgesetzt, die über den Grenzwerten für Wohnquartiere liegen, wie der Nationalfonds weiter ausführt. Pro Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter Boden für Siedlungszwecke verbaut. Ein Drittel der biologisch aktiven Böden sind durch Erosion, Verdichtung oder Schadstoff-Anreicherung gefährdet.

Gefährdete Flora und Fauna

Die Zahl der einheimischen Pflanzen- und Tierarten ist stark rückläufig. 95% der Amphibien, 80% der Reptilien, 45% der Brutvögel und 32% der einheimischen Wildpflanzen gelten als ausgestorben oder gefährdet.

Gemäss Nationalfonds zeichnet sich zudem ab, dass die Schweiz die bei der Klimakonferenz in Kyoto eingegangenen Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgase nicht einhalten wird.

Andere Wirtschaftspolitik gefordert

Um die ökologischen Grundlagen für die Nachkommen zu sichern, müsse die nationale Wirtschaftspolitik geändert werden, fordert die Programmleitung des SPP Umwelt. So soll das CO2-Gesetz konsequent vollzogen und eine ökologische Steuerreform eingeleitet werden.

Um den Klimawandel und die wahrscheinlich damit verbundenen Extrem-Ereignisse wie Wirbelstürme und Überschwemmungen zu stoppen, müsste der CO2-Ausstoss durch freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft weiter reduziert werden. Auch kann die Nachhaltigkeit laut Programmleitung als Wettbewerbsvorteil genutzt werden.

Um diese Ziele zu erreichen, müssten ökologische Handlungsmuster gestaltet werden. Dies gehe nicht ohne eine Veränderung der Werte und Denkmuster, sagte Rudolf Häberli, Direktor des SPP Umwelt.

10 Jahre Forschung

Das SPP Umwelt wurde 1991 vom Parlament als eines von sechs Schwerpunkt-Programmen beschlossen und 1992 gestartet. In der zehnjährigen Laufzeit investierte der Schweizerische Nationalfonds 99,8 Mio. Franken in die Forschungsarbeiten.

Das Programm war ursprünglich darauf ausgerichtet, technisch-naturwissenschaftliche Beiträge zu leisten, um anstehende Umweltprobleme zu lösen. Mit den Jahren wurde es jedoch umorientiert und ab 1996 verstärkt auf die nachhaltige Entwicklung ausgerichtet.

Die Forschungs-Arbeiten in insgesamt 247 Projekten haben zu elf Patenten, elf Start-up-Firmen und 76 Prototypen geführt. Es entstanden 3’000 Publikationen sowie mehr als 100 Bücher. 444 Diplom- und 303 Doktorarbeiten wurden im SPP Umwelt verfasst.

swissinfo und Agenturen

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