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Schweiz: Mehrere unbekannte Drohnen über Militäranlage aufgetaucht

Eine Drohne in der Luft
Politik und Armee sind sich einig: Die Bedrohungslage durch Drohnen ist gross. Hier eine Drohne der Schweizer Armee in Elm (Mai 2026). Keystone / Gian Ehrenzeller

Drohnen «in Formation» seien über eine Schweizer Militäranlage geflogen. Dies erklärt der Chef der Armee. Solche Vorfälle haben laut Armee zugenommen. Sicherheitspolitiker von links bis rechts sind besorgt und fordern mehr Drohnenabwehr.

In ganz Europa tauchen seit Monaten immer wieder unbekannte Drohnen auf. Meist über Flughäfen, Kernkraftwerken oder Militäranlagen. Experten vermuten Russland hinter vielen dieser Aktionen. Die Drohnen werden als Teil der hybriden Kriegsführung gesehen.

Bisher kam es in der Schweiz nur zu vereinzelten verdächtigen Drohnenüberflügen, bei denen mutmasslich eine Anlage ausspioniert wurde oder bewusst Verwirrung gestiftet wurde.

Am vergangenen Wochenende informierte Benedikt Roos, der Chef der Armee, in der Kaserne Bern die anwesenden militärischen Miliz-Verbände über einen grösseren Vorfall, der bis jetzt nicht bekannt war. Gleich mehrere unbekannte Drohnen seien über eine kritische Infrastruktur geflogen.

«Der Betreiber sagt mir, es habe Drohnenüberflüge bei ihnen gegeben. Und nicht eine Drohne, sondern mehrere Drohnen in Formation», erklärt Benedikt Roos. «Das ist kein Lausbubenstreich mehr. Da braucht es schon ein bisschen Know-how, dass man Formationen von Drohnen über kritische Infrastruktur schicken kann.» Die Drohnen würden dann wieder verschwinden, und man habe keine Ahnung, wer das sei, fügte Roos an.

Auf Nachfrage von SRF wollte die Armee aus Sicherheitsgründen nicht sagen, wo sich der Vorfall ereignete. Nur so viel: «Die Sichtung bezieht sich auf eine militärische Anlage. Weitere Details dazu geben wir nicht bekannt. Die Armee stellt zunehmend Drohnenüberflüge im Bereich von Truppen und militärischer Infrastruktur fest.»

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«Der hybride Krieg ist längst im Gange»

Sicherheitspolitikerinnen aus verschiedenen Parteien sind sich für einmal einig. Der Vorfall sei besorgniserregend und er müsse Folgen haben.

«Das muss man unbedingt ernst nehmen, das war eine konzertierte Aktion, wie wir sie schon in vielen anderen Ländern auch hatten», sagt Andrea Gmür, Mitte-Ständerätin aus dem Kanton Luzern. «Der hybride Krieg ist längst im Gange, dessen war man sich bei uns bis heute offenbar noch nicht bewusst.»

Ähnlich äussern sich auch Sicherheitspolitiker aus der FDP und SVP. Und auch die Solothurner SP-Ständerätin Franziska Roth zeigt sich besorgt. Die Armee müsse dringend bei der Drohnenabwehr aufrüsten. «Ich bin klar der Meinung, dass die Gelder dorthin fliessen müssen, wo die Bedrohungslage am grössten ist, und das ist nachweislich eben bei Drohnen.»

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«Ein paar Wachsoldaten reichen nicht mehr»

Ob die Piloten der Drohnen ausfindig gemacht werden konnten, gibt die Armee nicht bekannt. In der Kaserne Bern sagte der Armeechef am Wochenende, der Schutz der kritischen Infrastrukturen müsse verbessert werden. «Wir müssen jetzt diesen ganzen Katalog der kritischen Infrastrukturen überarbeiten. Weil die ganze Drohnenproblematik, die war dort nicht drin bis jetzt. Wir haben gedacht, wenn wir ein paar Wachsoldaten haben, dann kann niemand rein. Aber heute ist das völlig anders.»

Laut Armee werden die Drohnensichtungen nun systematisch erfasst. Auch werde geprüft, über der betroffenen Anlage, über der mehrere Drohnen gesichtet wurden, eine Flugverbotszone zu erlassen.

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