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Kritik an Gedenktafel für deutsche Weltkriegstote

(Keystone-SDA) Warschau – Eine Gedenktafel für die Opfer von 1945 in der Ostsee versenkten deutschen Schiffen sorgt in Polen für Aufregung. Abgeordnete der konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit forderten die Entfernung der Tafel in Gdingen (Gdynia) im Norden Polens.
Die Tafel hängt an einer Kirche des Ortes. Angebracht wurde sie auf Initiative des Verbandes der Deutschen in Gdingen und enthüllt wurde sie am vergangenen Samstag während einer ökumenischen Feier. Am 30. Januar hatte sich die grösste Katastrophe der deutschen Schifffahrt zum 65. Mal gejährt.
Andrzej Jaworski von der Partei Recht und Gerechtigkeit kritisierte, dass es von einem «Mangel an Sensibilität» zeuge, die deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu ehren. Das verwische den Unterschied zwischen Henker und Opfer, hiess es in einem Brief Jaworskis, der die Entfernung der Tafel fordert.
Der Präsident des Verbandes der Opfer des Dritten Reichs, Jozef Sowa, bezeichnete es als «schmerzlich», die Gedenktafel sehen zu müssen. «Soldaten, die Blut an ihren Händen haben, und Deutsche, die Polen aus ihren Häusern jagten, kann man nicht glorifizieren», erklärte Sowa im polnischen Fernsehen.
Die kritisierte Tafel erinnert an drei im Zweiten Weltkrieg in der Ostsee versenkte deutsche Schiffe. Es handelt sich um die «Wilhelm Gustloff», die von einem sowjetischen U-Boot torpediert worden war und tausende Flüchtlinge sowie Soldaten an Bord hatte. Nur 800 Menschen überlebten.
Die «Steuben» wurde am 10. Februar versenkt. Sie ging mit rund 2000 Soldaten und 350 Ärzten und Krankenschwestern sowie etwa 1000 Zivilisten unter. An Bord der «Goya» schliesslich kamen Mitte April 1945 rund 7000 Menschen ums Leben.

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