Dos Santos nach Argentinien ausgeliefert
Der Brasilianer Dos Santos ist von der Schweiz an Argentinien ausgeliefert worden. Dem Brasilianer wird dort vorgeworfen, in der Strafuntersuchung über den Sprengstoffanschlag auf ein jüdisches Zentrum in Buenos Aires falsche Aussagen gemacht zu haben.
Dos Santos, der sich einer Auslieferung widersetzt hatte, flog am Freitagabend (22.12.) in Zürich-Kloten in Begleitung von zwei argentinischen Polizeibeamten nach Buenos Aires ab. Er war am 30. März 2000 auf Grund eines Ersuchens von Interpol Buenos Aires am Flughafen Zürich-Kloten festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt worden.
Der Anschlag, bei dem Dos Santos falsche Zeugenaussage vorgeworfen wird, geht auf das Jahr 1994 zurück. Der Anschlag hatte 86 Tote und Hunderte von Verletzten gefordert.
Am 27. April 2000 übermittelten die argentinischen Behörden ein formelles Auslieferungsersuchen, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) am Samstag (23.12.) mitteilte. Das BJ bewilligte am vergangenen 21. September die Auslieferung, nachdem es von den argentinischen Behörden Garantien für ein menschenrechtskonformes Verhalten erhalten hatte. Das oberste Schweizer Gericht, das Bundesgericht lehnte am vergangenen 8. Dezember eine Beschwerde gegen den Auslieferungsentscheid ab.
Dos Santos hatte vor rund zwei Jahren gegenüber argentinischen Behörden erklärt, er habe einen argentinischen Diplomaten vier Monate vor dem Anschlag auf das jüdische Zentrum in Buenos Aires gewarnt. Dieser habe aber diese Warnung nicht ernst genommen. Bekommen habe er die Informationen von einer ehemaligen iranischen Freundin, die Kontakte zu terroristischen Gruppierungen unterhalten haben soll.
swissinfo und Agenturen
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