Hundehalter erziehen, nicht nur die Hunde
Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) lanciert die erste national einheitliche Hundehalterprüfung.
Ein gutes Jahr nach dem Tod eines Knaben durch Pitbulls soll dieser freiwillige Test zur Entspannung in der heftigen öffentlichen Hundediskussion beitragen.
Gewaltsame und sogar tödliche Übergriffe durch Hunde haben in letzter Zeit in der Schweiz für Aufregung gesorgt.
Nun sollen die Hundehalter mit ihrem Liebling eine Prüfung ablegen können.
In der freiwilligen Prüfung muss der Hundehalter beweisen, dass er seinen Hund jederzeit abrufen kann.
Auch muss er zeigen, dass er mit dem Tier Alltagssituationen wie Begegnungen mit Joggern oder Velofahrern ohne Probleme meistern kann.
Ziel sei es, möglichst viele Hundehalter zum Absolvieren des Hundehalter-Brevets (HHB) zu bewegen, hiess es am Montag in Bern.
Problemloser Alltag
Deshalb seien in der Prüfung auch nur die wirklich wichtigen Alltagsübungen enthalten. Ein Prüfungspunkt ist beispielsweise die Kontrolle an der Leine.
«Wer diese Elemente beherrscht und anwenden kann, wird sich mit seinem Hund problemlos im Alltag bewegen können, ohne Dritte zu belästigen», sagte SKG-Sprecherin Verena Ammann.
Prüfung «noch» freiwillig
Um das HHB zu machen, muss der Hundehalter nicht Mitglied bei der SKG sein. Ausserdem ist deren Absolvieren freiwillig – «noch», wie die Gesellschaft festhält.
Es sei sicher hilfreich, wenn durch eine Einheitlichkeit sichergestellt werden könne, dass diese Prüfung allenfalls auch von den Behörden anerkannt werde.
Ermässigte Hundesteuer möglich
Die Hundehalterprüfung wird in der Regel am Ende eines Ausbildungskurses abgelegt und kostet 90 Franken. Bei bestandenem HHB erhält der Halter einen Ausweis im Kreditkartenformat.
Gemäss SKG gewähren verschiedene Gemeinden nach einer erfolgreichen Prüfung eine Ermässigung auf die Hundesteuer.
swissinfo und Agenturen
Nach der Rückweisung eines ersten Projekts zum Verbot gewisser Hunderassen hat der Nationalrat im Mai 2006 eine Meldedpflicht für Hundebisse verfügt.
Bis Oktober 2006 wurden über 1700 Fälle gemeldet.
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