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Robert-Koch-Medaille für Uni Bern

Für Arbeiten über Salmonellen und andere Krankheitserreger hat der Mikrobiologe Stanley Falkow aus den USA den Robert-Koch-Preis 2000 erhalten. Die Robert-Koch-Medaille in Gold nahm Marco Baggiolini von der Universität Bern entgegen.

Die deutsche Gesundheitsministerin Andrea Fischer überreichte den mit 120’000 D-Mark dotierten Preis in Bonn. Die Arbeiten der Preisträger bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten gegen Infektionskrankheiten. Zudem erhielten drei Nachwuchswissenschafter die Postdoktoranden-Preise 2000.

Eiweisse und Bakterien

Baggiolini fand bisher unbekannte Eiweisse im Blut, die für die körpereigene Abwehr von Bakterien und Viren besonders wichtig sind. Der 65-jährige Schweizer wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Baggiolini, Direktor des Theodor-Kocher-Instituts der Universität Bern und Präsident der 1996 gegründeten Università della Svizzera Italiana (USI), gilt den Angaben zufolge als Pionier in der Erforschung von so genannten Chemokinen.

Diese Proteine steuern die Zellen der Immunabwehr und auch solche Zellen, die Entzündungen auslösen. Chemokine und ihre Rezeptoren spielen etwa bei der HIV-Infektion eine wichtige Rolle.

Der 66-jährige Falkow hatte das Erbgut von krankheitserregenden Bakterien erforscht. Der Professor an der Standford-Universität hatte mit seiner Arbeitsgruppe unter anderem am Beispiel von Salmonellen jene Eiweisse identifiziert, die ausschlaggebend für die krankheitserregenden Eigenschaften dieser Bakterien sind. Er hatte erstmals ein bakterielles Gen in Zellkultur gezüchtet und vervielfältigt, das beim Menschen Krankheitserscheinungen auslöst.

Aktuelle Beispiele Ebola und Aids

Aktuelle Beispiele wie Ebola und Aids zeigten, dass Infektionskrankheiten kein Thema seien, das bald zu den Akten gelegt werden könne, sagte Fischer bei der Preisvergabe.

Infektionen machten vor nationalen Grenzen nicht Halt. Deshalb seien internationale Strategien zur Prävention, Erkennung und Bekämpfung dieser Krankheiten neu zu etablieren beziehungsweise voranzubringen.

Der Robert-Koch-Preis gilt als eine der höchst dotierten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Er wird seit 35 Jahren von der Robert-Koch-Stiftung in Bonn verliehen. Stiftungsziel ist es, die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und anderer Leiden zu fördern.

swissinfo und Agenturen

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