Tennis: Gaudio zerstört Wawrinkas Träume
Der Argentinier Gaston Gaudio hat das Swiss Open in Gstaad in zwei Sätzen mit 6-4,6-4 gewonnen.
Er besiegte die Nummer 2 der Schweiz, Stanislas Wawrinka, der zum ersten Mal in einem ATP-Turnier den Final erreicht hatte.
Trotz der Abwesenheit des Weltranglistenersten, Roger Federer, fand das Gstaader Jubiläumstennisturnier mit dem Final Gaston Gaudio gegen den Lokalmatador Stanislas Wawrinka ein versöhnliches Ende.
Der als Nummer 2 gesetzte Argentinier setzte sich im Final in 103 Minuten mit 6-4, 6-4 durch. Dank des vierten Titelgewinns in dieser Saison nähert sich Gaston Gaudio (ATP 13) in der Weltrangliste wieder den Top-Ten.
Zur grossen Figur avancierte im Saanenland hingegen der erst 20-jährige Lausanner Stanislas Wawrinka.
Die Nummer 2 der Schweiz sorgte dafür, dass aus dem Jahrgang 2005 in Gstaad trotz Schmuddelwetter und fehlenden Stars doch noch ein recht bemerkenswertes Turnier entstand.
Glück half mit
Etwas Glück stand Wawrinka aber schon zur Seite: In der Startrunde stand er gegen den als Nummer 8 gesetzten Filippo Volandri beim Stand von 2-4 im dritten Satz dem Ausscheiden schon bedrohlich nahe.
Im Achtelfinal kam der Spanier Fernando Verdasco gegen Wawrinka sogar zu drei Matchbällen hintereinander. Und im Viertel- und Halbfinal traf Wawrinka auf Qualifikanten (Frantisek Cermak und Razvan Sabau), was an Turnieren dieser Grösse nicht oft vorkommt.
Neue Favoritenrolle
Wawrinka kam mit der ersten Favoritenrolle in seiner Karriere aber problemlos zurecht. Er gewann während der gesamten Woche die wichtigen Punkte und alle Tiebreaks.
Sogar der grosse Wurf in Form des Turniersiegs wäre möglich gewesen. Stanislas Wawrinka kam im Final gegen Gaudio insbesondere im zweiten Satz zu Chancen.
Der Romand erhöhte zu Beginn des zweiten Satzes den Druck auf den Argentinier, «schnappte» bei seinen ersten Breakbällen zu (Break zum 4-2), gestand dem Gegner aber gleich im nächsten Spiel das Re-Break zu.
Schmerzende Füsse
Am Ende jedoch wollten die schmerzenden Füsse Wawrinka nicht mehr weiter tragen: Beim Stand von 4:3 liess sich die Schweizer Nummer 2 vom Physiotherapeuten an den Füssen behandeln; nach seinem Break zum 4:2 gelang ihm kein weiterer Spielgewinn mehr.
Das entscheidende Break überliess Wawrinka seinem Gegner, weil er einen Ball Gaudios im Aus wähnte und nicht weiterspielte, der Referee nach Konsultation des Abdrucks aber entschied, dass der Ball die Linie noch «gekratzt» hatte.
Im letzten Spiel kam Wawrinka nochmals zu zwei Breakmöglichkeiten, Gaudio nutzte aber mit einem Aufschlagpunkt seinen zweiten Matchball.
Geld und Punkte
Honoriert werden Wawrinkas Gstaader Leistungen mit 50’000 Franken Preisgeld und 120 Weltranglistenpunkten. Im Ranking wird er heute Montag vom 69. Platz erstmals unter die Top 60 etwa auf Position 55 vorstossen.
Schon bei Saison-Halbzeit hat der Junioren-French-Open-Sieger von 2003 sein Jahresziel erreicht: Selbst wenn er bis Dezember nur noch verliert – und mit dem ist ganz und gar nicht zu rechnen – würde Wawrinka das Jahr im Bereich von Platz 80 beenden.
swissinfo und Agenturen
Die letzten Gewinner des Gstaad Open:
2004: Roger Federer
2003 Jiri Novak
Stanislaw Wawrinka belegt im ATP-Ranking den Rang 69.
In der Scweiz ist er die Nummer 2.
Zum ersten Mal in seiner Karriere erreichte er einen ATP-Einzel-Final.
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