Leuthard auf Promo-Tour in Mexiko

Wirtschaftsministerin Doris Leuthard im Gespräch mit ihrem mexikanischen Amtskollegen Eduardo Sojo. Keystone

Die Schweiz und Mexiko sollen in Umwelt- und Energiefragen enger zusammenarbeiten. Dies hat Handelsministerin Doris Leuthard am ersten Tag ihres Besuches in Mexiko angeregt.

Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2008 - 12:14 publiziert

Laut der Bundesrätin spielt Mexiko für den Schweizer Handel in Nord- und Lateinamerika eine Schlüsselrolle.

"Die Gespräche waren sehr konstruktiv", bilanzierte Doris Leuthard das Treffen gegenüber swissinfo.

"Es wurde uns versichert, dass unsere Anliegen sehr ernst genommen werden." Sofortige Resultate dürften aber nicht erwartet werden.

In den Gesprächen rang sie der mexikanische Seite die Zusicherung ab, dass diese Produkte-Fälschungen, die Verletzung von geistigen Eigentumsrechten und Kriminalität im Allgemeinen bekämpfe, sagte Leuthard weiter.

Nach dem Treffen mit ihrem Amtskollegen Eduardo Sojo am Dienstag in Mexico City hob Doris Leuthard zudem das Potenzial hervor, das der mexikanische Markt für Schweizer Unternehmen besitze. Die Anstrengungen für mehr mexikanische Importe müssten verstärkt werden, so die Wirtschaftsministerin.

Attraktiv für KMU

Chancen sieht sie namentlich für die Versicherungsbranche und den Umweltbereich, aber auch für die Schweizer Maschinen- und Pharmaindustrie sowie Biotech-Firmen.

Leuthard und Sojo vereinbarten die Durchführung von Seminaren für kleine und mittlere Schweizer Unternehmen (KMU), damit diese ihre Chancen auf dem mexikanischen Markt besser einschätzen können.

Die Bundesrätin, die auf der fünftägigen Reise von einer hochkarätigen Schweizer Wirtschaftsdelegation begleitet wird, wies ebenfalls auf die Schlüsselrolle hin, die Mexiko innerhalb der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der WTO (Welthandels-Organisation) wahrnehme.

Strategisch wichtige Lage

Aufgrund seiner Lage funktioniert Mexiko einerseits als Scharnier für den Handelsaustausch zwischen Nord- und Lateinamerika. Andererseits ist es auch Drehscheibe für den Handel mit Europa und Asien.

Gastgeber Eduardo Sojo wies seinerseits darauf hin, dass Mexikos Wirtschaft auf eine allfällige Rezession der US-Wirtschaft gewappnet sei. "In den letzten fünf Jahren ist es unserer Wirtschaft gelungen, sich von der US-Wirtschaft abzunabeln", so Sojo.

Experten attestieren Mexiko mittelfristig positive Perspektiven, vor allem dank gestärkten Institutionen und einer vorsichtigen Steuerpolitik. Potenzial sehen sie namentlich im Bankensektor. Kritisiert werden hingegen Hürden für ausländische Unternehmen im Bereich der Finanzdienstleistungen.

Vorabkommen unter Dach

Leuthard traf am Dienstag auch den mexikanischen Umweltminister Rafael Elvira. Sie kamen in einem Memorandum of Understanding überein, die Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt und Energieversorgung zu intensivieren.

Auf dem Programm der Besuchsreise steht ein Treffen Leuthards mit Finanzminister Augustin Carstens und Guillermo Ortiz, dem Direktor der mexikanischen Zentralbank. Danach besucht die Delegation die Stadt Monterrey, eine wichtige Industriedrehscheibe im Nordosten des Landes.

swissinfo, Urs Geiser, Mexico City
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

In Kürze

In den ersten elf Monaten 2007 hat die Schweiz für 1,28 Mrd. Franken Waren und Dienstleistungen nach Mexiko ausgeführt (+30% gegenüber dem Vorjahr).

Meist handelt es sich um Pharmaprodukte, Maschinen, Uhren und Chemie.

Die Importe aus Mexiko liessen nach, bevor sie in derselben Periode 2007 wieder auf 154 Mio. Franken stiegen.

Die Schweizer Investitionen in Mexiko belaufen sich auf 4,77 Mrd. Franken, womit die Schweiz zu den fünf Topinvestoren in Mexiko zählt.

Schweizer Firmen beschäftigen rund 37'000 Leute in Mexiko.

Umgekehrt sind die mexikanischen Investitionen in der Schweiz sehr limitiert, da die meisten Firmen den EU-Markt anpeilen.

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Schweiz-Mexiko

Seit 2001 gibt es einen Freihandelsvertrag zwischen Mexiko und der Europäischen Freihandels-Assoziation (Efta), der die Schweiz angehört.

Mexiko und die Schweiz schlossen 1993 beziehungsweise 1995 ein Doppelbesteuerungs-Abkommen sowie eine Investitionsschutz-Vereinbarung ab.

Über 400 Schweizer Firmen sind in Mexiko tätig, darunter die Konzerne Holcim (Zement), Roche (Pharma), ABB (Elektro), Nestlé (Nahrungsmittel) sowie die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse.

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