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Rentenreform in der Schweiz: Mount Everest statt Matterhorn

Die Rentenreform bleibt weltweit ein höchst dringlicher Punkt auf der politischen Agenda. In der Schweiz sind seit 2003 alle grösseren Reformprojekte gescheitert. Stösst die Demokratie hier an ihre Grenzen? Politikwissenschafterin Silja Häusermann erklärt im Video, wie der Gipfel zu schaffen wäre.

Dieser Inhalt wurde am 18. April 2021 - 11:00 publiziert

Die westlichen Länder weisen ähnliche demografische Entwicklungen auf: Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt, während die Zahl der Arbeitenden, welche die Renten finanzieren, im Verhältnis abnimmt. In der Schweiz müssen die Stellschrauben neu justiert werden, damit die AHV-Renten – sie sind das Prunkstück der schweizerischen Sozialwerke – auch nach 2030 gesichert sind. 

Auch dem neuesten Versuch könnte der Absturz an der Urne drohen: In der Frühlingssession drehte der Ständerat, die kleine Kammer des Schweizer Parlaments, primär am Stellrad Rentenalter für die Frauen: Dieses soll von 64 auf 65 Jahre erhöht werden. Gleichzeitig wurden die vom Bundesrat dafür vorgesehenen Kompensationen fast halbiert. Die Debatte im Nationalrat wird in einer späteren Session erfolgen. 

Wie die Chancen für ein Ja des Volkes an der Urne erhöht werden können, erklärt Silja Häusermann, Professorin für Politikwissenschaften an der Universität Zürich: Das Parlament müsse ein Reformpaket schnüren, in dem Einbussen und Kompensationen möglichst ausgewogen seien. 

Das Gespräch mit ihr hat noch im winterlichen Schneetreiben Zürichs stattgefunden. Doch die Parlamentsdebatte machte klar, dass es für die Frauen wohl kaum ein verspätetes Weihnachtsgeschenk geben wird.

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