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SAirGroup will klare Mehrheit an der Sabena

Die SAirGroup will ihren Anteil an der belgischen Fluggesellschaft Sabena auf 85 Prozent erhöhen. Die belgische Regierung und die SAirGroup haben den entsprechenden Vertrag am Mittwoch (26.04.) in Brüssel unterzeichnet.

Dieser Inhalt wurde am 26. April 2000 - 16:05 publiziert

Die Schweizer Luftverkehrsholding SAirGroup will ihre Beteiligung an Belgiens Airline Sabena von 49,5 auf 85 Prozent aufstocken. Dies gaben der zuständige belgische Minister und die SAirGroup am Mittwoch (26.04.) in Brüssel bekannt. Allerdings sind die Annahme der Bilateralen Verträge und die Zustimmung der EU-Behörden nötig.

Der für öffentliche Unternehmungen und Beteiligungen zuständige belgische Minister Rik Daems und der scheidende SAirGroup-Verwaltungsratspräsident Hannes Goetz unterzeichneten in Brüssel ein Abkommen über die Mehrheitsbeteiligung der SAirGroup an der einst staatlichen Sabena. Danach wird die Dachgesellschaft von Swissair, Crossair und andern Schweizer Luftverkehrsunternehmungen ihre seit 1995 bestehende Option einlösen und ihre Sabena-Beteiligung von 49,5 auf 62,25 Prozent erhöhen.

Die restlichen 22,75 Prozent will die SAirGroup durch einen Aktientausch erwerben, wie Goetz und Daems an einer Pressekonferenz in Brüssel bekannt gaben.

Dadurch würde Belgien mit einem Anteil von 3,3 Prozent grösster Einzelaktionär der SAirGroup. Überdies würde Belgien die Option erhalten, auch die restlichen 15 Prozent von Sabena der Schweizer Holding zu verkaufen. Dabei stiege Belgiens Beteiligung auf 5,5 Prozent. Der Transaktionswert wurde auf 375 Mio. Euro (umgerechnet rund 590 Mio. Franken) beziffert.

Goetz kündigte an, die Aufnahme der SAirGroup-Aktien am Euronext-Stock-Exchange - der aus der Fusion der Börsen von Amsterdam, Brüssel und Paris entstehen soll - werde beantragt. Alle Sabena-Beschäftigten erhielten SAirGroup-Aktien.

Bedingungen für den Vollzug der Transaktion

Der Vollzug der Transaktion ist im Anschluss an die für Frühling 2001 erwartete Ratifizierung der Bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU geplant. Diese müssen zunächst aber am kommenden 21. Mai in einer eidgenössischen Volksabstimmung genehmigt werden. Nötig ist auch noch die Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden.

Belgien kann einen Vertreter im SAirGroup-Verwaltungsrat nominieren, der jedoch von der Generalversammlung bestätigt werden muss. Belgiens Vertreter wird Vizepräsident des SAirGroup-Verwaltungsrates. Ferner ernennt der belgische Staat den Sabena-Präsidenten und hat Anspruch auf mindestens zwei Sitze im Sabena-Verwaltungsrat.

Die Flughäfen von Brüssel und Zürich werden die Hauptflughäfen von Sabena und Swissair, die bereits seit Anfang Jahr Management-Funktionen in der Gemeinschaftsunternehmung Airline Management Partnership gemeinsam wahrnehmen.

Die Aktivitäten auf beiden Flughäfen sollen gemäss Mitteilung weiter ausgebaut, Identität und Integrität beider Marken garantiert werden. Dazu gehörten auch Garantien zum Erhalt des derzeitigen Niveaus an Direktflügen von und nach Brüssel sowie für die Zukunft flugverwandter Tätigkeiten wie etwa Sabena Technics.

Zufriedenheit bei beiden Partnern

Daems und Goetz zeigten sich über das Abkommen zufrieden. Die Partnerschaft zwischen Sabena und SAirGroup habe sich in den vergangenen fünf Jahren als sehr erfolgreich erwiesen, sagte Daems unter anderem. Der Business-Plan der SAirGroup sei die beste aller Optionen, um die Entwicklung der Sabena und des Flughafens Brüssel-Zaventem zu garantieren.

Laut Goetz führte die Zusammenarbeit der vergangenen fünf Jahre zu grossem gegenseitigen Vertrauen. Die SAirGroup wolle die Stärken beider Gesellschaften ausbauen und beiden Marken langfristig eine profitable Zukunft sichern.

swissinfo und Agenturen

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