Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Und täglich grüsst das Murmeltier: Pünktlich auf den Dezember gibt es gefühlt wieder nur ein Thema: Covid, Covid, Covid.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Die Situation auf den Intensivstationen «ist ein Albtraum», sagt der Chefarzt des Inselspitals Bern. Die Belastung durch vorwiegend ungeimpfte Covid-Patient:innen steigt, das Personal ist ausgelaugt, kündigt oder ist krank.
Schlimmer denn je sei die Lage auf den Intensivstationen, sagt Stephan Jakob vom Berner Inselspital. Man könne die Kapazitäten auf den Intensivstationen nicht mehr wie in den vergangenen Wellen hochfahren, dazu fehle das Personal: «Viele haben gekündigt. Manche sind länger krankgeschrieben, weil sie nach diesen schweren 21 Monaten so erschöpft sind.»
«Die Fallzahlen müssen sinken«, so Jakob. Entweder, indem man mehr Leute zur Impfung bewege, oder mit drastischen Massnahmen. «Alle Formen von Lockdown muss man jetzt diskutieren.»
Er ist überzeugt: «Es wird eine Triage geben.» Das bedeutet, es wird nicht genügend Plätze für alle Patient:innen geben, so dass die Ärzt:innen entscheiden müssen, wer ein Bett auf der Intensivstation erhält – und wer nicht.
- Das ganze erschütternde Interview können Sie auf SRF NewsExterner Link anschauen.
- SP-Politiker Fabian Molina und die Operation Libero sprechen sich in der SRF-Sendung «Club» für eine Impfpflicht ausExterner Link.
- Die aktuellsten Zahlen zur Pandemie in der Schweiz finden Sie hierExterner Link.
Gestern schlug der Bundesrat neue Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie vor. Während die Parteien die Massnahmen begrüssen, gehen sie einigen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden zu weit.
Ausweitung der Zertifikats- und Maskenpflicht, mehr Homeoffice: Das sind zusammengefasst die Massnahmen, die der Bundesrat heute Abend den Kantonen zur Konsultation gibt.
Parteien von links bis rechts begrüssen diesen Schritt. Obwohl die Massnahmen mild wären im Vergleich zu den Einschränkungen, die momentan etwa in Österreich und Deutschland in Kraft sind, geht das einigen Verbänden bereits zu weit.
Verantwortlich sind wie immer die anderen: Der Arbeitgeberverband will keine Einschränkungen am Arbeitsplatz, begrüsst aber Massnahmen öffentlichen Bereich. Auch Clubs und Bars begrüssen zwar Einschränkungen, aber nicht bei sich. Und die SVP beackert munter ihr Lieblingsthema: Die Menschen, welche die Landesgrenze übertreten, müssten zwingend getestet werden.
So dreht sich das Pandemie-Karussel munter weiter. Ob 2020, 2021, Impfung oder nicht: Die Diskussionen bleiben die gleichen.
- Der Tages-Anzeiger berichtet hierExterner Link.
- Der Arbeitgeberverband äussert sich hierExterner Link gegenüber SRF News.
- Bundesrat Berset äussert sich im Interview mit SRF NewsExterner Link zu den geplanten Massnahmen.
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Im Februar finden die olympischen Winterspiele in Peking statt. Wegen Berichten über Menschenrechtsverstösse erwägen viele Demokratien den diplomatischen Boykott. Die Schweiz hält sich zurück.
Die USA und Grossbritannien erwägen nach eigener Aussage aus Protest gegen andauernde Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der olympischen Winterspiele. Das bedeutet: Die Athlet:innen nehmen teil, doch hochrangige Regierungsmitarbeitende reisen nicht zu den Spielen.
In der Schweiz werden Rufe nach einem solchen Boykott ebenfalls lauter. «Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um ein Land zu feiern, in dem immer wieder Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt werden«, sagt etwa Fabian Molina, Mitglied der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats.
Kritisiert werden die Inhaftierung von Uigur:innen in der Provinz Xinjiang, die Verfolgung von Demokratie-Aktivist:innen in Hongkong oder die Notlage der Menschen in Tibet. Der Bundesrat hielt sich bisher bedeckt. Wie so oft ist die Schweizer Neutralität wohl finanziell motiviert: Der Bundesrat möchte die guten wirtschaftlichen Beziehungen zur Volksrepublik nicht gefährden.
- Hier geht es zum Bericht meiner Kollegin Geraldine Wong Sak Hoi.
- Bundesrat Cassis wollte kürzlich für ein offizielles Treffen nach China reisen, wurde aber von einer Flugzeugpanne aufgehalten.
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Wohneigentum ist in der Schweiz unglaublich teuer. Der Raiffaisen-Chefökonom hat eine kreative Lösung: Wälder abholzen, Spielplätze plattwalzen.
Spricht man von verdichtetem Bauen, geht es gewöhnlich darum, Grünfläche zu erhalten und stattdessen den bereits bebauten Platz effizienter zu nutzen. Nicht so für Martin Neff, Chefökonom der Raiffeisen.
Nicht jede Agglomerationsgemeinde brauche einen eigenen Wald, nicht jedes Wohngebäude Grünfläche oder einen Spielplatz. Neff würde es bevorzugen, diesen Platz als Bauland zu nutzen. So will er Preisexplosion auf dem Immobilienmarkt entgegenwirken.
Weniger drastische Lösungsvorschläge, um der Wohungsnachfrage gerecht zu werden, hat Thomas Hardegger von Casafair Schweiz: Man könnte einfach ein Geschoss höher bauen.
- «Macht Wälder zu Bauland!Externer Link«, titelt der Blick.
- Die Neue Zürcher Zeitung erklärt hierExterner Link, weshalb der Traum vom Wohneigentum immer öfter platzt. (Paywall)
- Aus dem Archiv: Meine Kollegin Sibilla Bondolfi hat in einer Artikel-Serie die Raumplanung der Schweiz unter die Lupe genommen.
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