Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Armut macht die verletzlichsten Menschen noch verletzlicher. Das tönt nach einem Standardsatz. Der hier aber nicht: Weltweit leiden mehr Frauen Hunger als Männer, so das Fazit in einem Schweizer Bericht.
Beste Grüsse aus Bern
Hunger hat immer stärker ein weibliches Gesicht.
Wie kommt das? Wenn das Essen knapp wird, verzichten meist die Frauen als erste auf Nahrung und begnügen sich damit, was der Ehemann und die Kinder übriglassen.
Zu diesem Schluss kommen die Autor:innen des Globalen Ernährungsberichtes 2022, in dem ein Verbund von Schweizer NGOs die Ernährungslage in 16 Ländern des Südens untersucht hat.
Dazu wurden in den letzten drei Jahren 14’000 Haushalte unter die Lupe genommen. Von Mangelernährung sind zehn Prozent mehr Frauen als Männer betroffen.
- Ernährungskrise: Frauen hungern mehr als Männer – über die Studie berichtet meine Kollegin Sibilla Bondolfi.
- «Lokale Ernährungssysteme gegen den Hunger» – Globaler Ernährungsbericht 2022 der Allianz Sufosec – hier geht’s zum Bericht.
- Diese globalen Ungerechtigkeiten führen zu Hunger – Sibilla Bondolfis Beitrag über die Hintergründe des Hungers von 2021.
Es war eine grosse Überraschung: Der Besuch von Bundespräsident Ignazio Cassis gestern Donnerstag in Kiew.
Nicht einmal die Mitglieder der aussenpolitischen Kommission im Schweizer Parlament waren über den Blitzbesuch im Bilde.
«Bundespräsident Cassis setzt mit seiner Reise nach Kiew ein starkes, humanitäres Zeichen«, lobte Parteikollege und FDP-Ständerat Andrea Caroni die Mission.
Beim Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski habe er der Ukraine seine Unterstützung zugesagt, schrieb Cassis auf Twitter.
Dabei sei es um die Beiträge der Schweiz für humanitäre Hilfe sowie um die Unterstützung der Ukraine auf bilateraler und multilateraler Ebene gegangen.
Einzig ein Politiker der Schweizerischen Volkspartei kritisierte Cassis. Wenn dieser am Bahnhof in Kiew von einem Vizeaussenminister empfangen werde, sei dies eines Schweizer Bundespräsidenten nicht würdig.
Meine bescheidene Vermutung: Selenski hat es aus Sicherheitsgründen vorgezogen, Cassis erst in seinem bombensicheren Sitz zu empfangen.
- Bundespräsident in der Ukraine – vor allem Lob für Bundespräsident Cassis – und Kritik von der SVPExterner Link – Beitrag von SRF News.
- Nach Ukraine-Besuch – Cassis am Freitag bereits in MoldawienExterner Link – Bericht im Blick.
- An der Ukraine Recovery Conference geht’s auch um Demokratie – mein Bericht von der Ukraine Recovery Conference von letztem August in der Südschweiz.
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In einem Jahr sind in der Schweiz Wahlen – diverse Schwergewichte treten nicht mehr an.
So auch der Solothurner Ständerat Roberto Zanetti. 17 Jahre sitzt der 67-Jährige im Schweizer Parlament – von 1999 bis 2003 im Nationalrat, seit 13 Jahren in der kleinen Kammer. Und dieser Tage feierte ihn die sozialdemokratische Partei (SP) für 50 Jahre Mitgliedschaft.
Wieso ich Zanetti herauspicke? Vielleicht auch, weil sein Vater aus dem Puschlav ins Unterland «auswanderte» und Giesser wurde in den Stahlwerken von Roll in Gerlafingen. Und weil sein Sohn 1996 gegen die Schliessung der Stahlgiesserei kämpfte – erfolgreich.
Sicher auch, weil Zanetti in all seinen Jahren unter der Bundeshauskuppel ein echter «Sozi» blieb, der nie seine Wurzeln vergass.
Und ganz sicher, weil «Röbu», wie ihn mein Ex-WG-Mitbewohner nannte, der ihn persönlich kennt, trotz seines Commitments für die sozial Benachteiligten auch für die politischen Gegner:innen in den Räten einer war, mit dem man reden konnte und der Hand bot zu gemeinsamen Lösungen.
- SP-Schwergewicht Roberto Zanetti nimmt den Hut – «Ich habe null Pläne»Externer Link – Bericht im Blick.
- Paul Rechsteiner tritt zurück – Zeitpunkt vor Wahl bewusst gewähltExterner Link – der Bund zum Rücktritt eines anderen SP-Schwergewichts.
- Berner SP-Ständerat Hans Stöckli tritt zurückExterner Link – der Blick über den dritten Abgang eines langjährigen SP-Parlamentariers.
- FDP-Nationalrätin Christa Markwalder tritt zurückExterner Link – nach 20 Jahren als Nationalrätin tritt die Vertreterin der Mittepartei FDP.Die Liberalen 2023 nicht mehr an (SRF News).
- Ruedi Noser verlässt den Ständerat – «Ich stehe zu meinen Fehlern»Externer Link – mit dem Zürcher Ständerat verliert die FDP.Die Liberalen ein weiteres, langjähriges Zugpferd in Bundesbern.
Eine Geschichte, wie ich sie liebe: Sie handelt von einer fast vergessenen, spannenden Schweizer Spur in Süditalien.
Als Rennvelo-Fan verbinde ich Messina mit Vincenzo Nibali, dem vor ein paar Tagen zurückgetretenen «Hai von Messina». Der Übername des sizilianischen Ex-Champions steht für seine gefürchteten Attacken am Berg.
Hier geht’s aber um etwas ganz anderes: Ein kleines, altes Holzchalet. Dieses steht mitten im «Villaggio Svizzero», einem Quartier in Messina.
Es ist das letzte verbliebene von 21 Holzhäuschen, welche die Schweiz nach dem verheerenden Erdbeben in der Meerenge von 1908, das rund 80’000 Menschenleben gekostet hatte, als Soforthilfe gebaut hatte.
«Der letzte Zeuge» steht heute unter Schutz. Obwohl das Chalet nicht mehr bewohnt ist, ist sein Zustand noch gut. Der Plan eines lokalen Achitekten: Es soll zum Museum werden, das an die Katastrophe erinnert.
- Das letzte Schweizer Chalet von Messina – swissinfo.ch-Bericht von Mario Messina aus Messina.
- Schweizer Dorf in den Rocky Mountains zu verkaufen – ebenso spannender Beitrag meiner Kollegin Melanie Eichenberger.
- Schweizer Bergführer und die kanadische Landschaftsmalerei – Shari Zisk-Feuz und Melanie Eichenberger über die vergessene Schweizer Bergführertradition in den Rocky Mountains.
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