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Gefangenenbesuche des IKRK in Tschetschenien rücken näher

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will in knapp zwei Wochen die ersten tschetschenischen Gefangenen besuchen. Dies erklärte Victoria Catliff, IKRK-Sprecherin in Moskau, am Donnerstag (04.05.).

Das IKRK bereitet die Besuche seit Ende März vor, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin IKRK-Präsident Jakob Kellenberger grünes Licht für diese gegeben hatte. «Die äusserst strikten Sicherheitsauflagen» für Gefangenenbesuche in Tschetschenien selber würden derzeit noch ausgearbeitet, sagte Catliff.

Das IKRK erhielt die Zusicherung, dass seine Delegierten alle Haftanstalten in Tschetschenien, im Süden Russlands und in Moskau besuchen können. Mehrere hundert Tschetschenen befinden sich in verschiedenen russischen Gefängnissen.

Das IKRK stelle derzeit ein Team von zwei Delegierten und drei Übersetzern zusammen, sagte Catliff. Eines der Probleme sei, dass die Gefangenen oft an andere Orte verlegt würden, erklärte die IKRK-Sprecherin.

Schwierig gestalten sich auch die Kontakte mit den tschetschenischen Behörden. Es gebe keine ausreichenden Sicherheitsgarantien und Präsident Aslan Maschadow habe keine vollständige Kontrolle über die bewaffneten Gruppen, betonte Catliff.

Seit dem Besuch Kellenbergers Ende März in Moskau hat das IKRK sechs Evaluierungsreisen nach Tschetschenien durchgeführt. Die lokalen Mitarbeiter waren im November letzten Jahres aus Sicherheitsgründen aus Grosny abgzogen worden.

Bei den Besuchen des IKRK in den vier grössten Städten Tschetscheniens wurden auch Hilfsgüter gebracht. In erster Linie werden Lebensmittel, Medikamente und Trinkwasser benötigt. Die Wiedereröffnung des IKRK-Büros ist weiterhin aus Sicherheitsgründen nicht geplant.

swissinfo und Agenturen

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